Filmkritik: "Ghostbusters: Legacy"

Zwischen Remake und Fortsetzung

Mit “Ghostbusters: Legacy” erschien letzte Woche ein neuer Film über die kultigen Geisterjäger in den deutschen Kinos. Was der Film kann, erfahrt ihr in dieser Kritik.
Ecto 1
Ein angestaubter "Ecto 1"

“Ghostbusters: Legacy” setzt nach 32 Jahren die Original-Ghostbusters-Reihe aus den 80ern fort. Der Film hat somit keine Verbindung zum gescheiterten Reboot aus dem Jahre 2016, in dem man die Geschichte des ersten Films mit weiblichen Protagonistinnen neu erzählte. Das “Legacy” im Titel lässt sich aber nicht nur auf die Handlung des Films beziehen, denn auf dem Regiestuhl nimmt Jason Reitman platz, der damit das Erbe seines Vaters Ivan Reitman antritt. Dieser führte bei den ersten zwei “Ghostbusters”-Teilen Regie und ist im neuen Film noch als Produzent beteiligt.

Ein großes Erbe

Genauso wie der Regisseur steht auch der Film ganz im Zeichen des Erbes einer neuen Generation, das ihnen von den Helden der Vergangenheit überlassen wird: So startet der Film mit dem Ableben eines mysteriösen alten Mannes, der nur schemenhaft zu erkennen ist, nachdem er nachts von einer geisterhaften Gestalt durch das Städtchen Summerville gejagt wurde.

Die “neuen” Helden präsentieren sich im Anschluss als eine Familie bestehend aus der alleinerziehenden Mutter Callie (Carrie Coon) und ihren beiden Kindern Trevor und Phoebe. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten müssen sie aus ihrer Wohnung aufs Land in das Anwesen des kürzlich verstorbenen Großvaters ziehen. Callie möchte eigentlich nur das Erbe ihres Vaters abholen, zu dem sie kein gutes Verhältnis hatte. Leider stellt sich heraus, dass keine finanziellen Hinterlassenschaften existieren.

Im Laufe des etwas langatmigen ersten Drittels des Films erschließt sich das tatsächliche Erbe des Großvaters: Dieser war einer der Original-Ghostbusters. Phoebes Interesse ist geweckt und als dann noch ein Geist erscheint, tritt sie in seine Fußstapfen. Die komplizierte Familiensituation und ungelöste Konflikte erweisen sich dabei als eigentliches Herz des Films und werden zunehmend aufgearbeitet.  

Phoebe
Phoebe benutzt das Protonenpack   

Alles für die Fans

Fanservice darf dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen: Dabei scheint der Film sich nicht entscheiden zu können, ob er eine Hommage, ein Remake oder eben eine Fortsetzung nach über 30 Jahren sein möchte. Insbesondere in der Ähnlichkeit des Plots zu der des ersten Teils wird diese Zerrissenheit deutlich.

Auch zahlreiche Cameos des Original-Casts fehlen natürlich nicht und so kann man Dan Aykroyd und Bill Murray ebenso entdecken wie ikonische Symbole, das Ghostbusters-Einsatzfahrzeug “Ecto 1”, den Marshmallow-Man und die Protonenbeschleuniger, mit denen Geister eingefangen werden können. 

Das Aufgreifen bekannter Motive bei fast identischem Plot erinnert etwas an Filme wie “Star Wars: Das Erwachen der Macht”, der ebenfalls tief in die Nostalgiekiste griff. Jedoch funktioniert “Ghostbusters: Legacy” auch als Einzelfilm, ohne dass man die Vorgänger-Teile kennen müsste und kann für sich genommen überzeugen und unterhalten. 

Marshmallow-Männer
Fanservice - zu viel des Guten?   

Fazit

Für Ghostbusters-Fans ist dieser Film ein Muss. “Ghostbusters: Legacy” spinnt die Geschichte um die Geisterjäger weiter, indem er eine runde Familiengeschichte erzählt, die mit viel Fanservice angereichert wird. Jason Reitman ist es also gelungen, das Erbe seines Vaters nach 32 Jahren angemessen zu würdigen. Post-Credit-Szenen gehören ja in Hollywood inzwischen zum guten Ton und so ist auch dieser Film mit einer Szene ausgestattet. Diese lädt zum spekulieren ein: Wer weiß, vielleicht erleben wir die Ghostbusters schon bald wieder in Aktion.

 

"Ghostbusters: Legacy" läuft seit dem 18. November überall, wo die Kinos offen haben.

 

Kommentieren

Martin Arendt
23.11.2021 - 15:02
  Kultur

Ghostbusters: Legacy

Erscheinungsdatum: 18. November 2021

Regie: Jason Reitman

Mit: Finn Wolfhard, Mckenna Grace, Paul Rudd, Carrie Coon

Noch mehr Kino gibt's hier:

Gretchen schaut - der Filmpodcast von mephisto 97.6