Studium: Bücher machen

Studium Buchdruck - Was macht man damit?

Was ist Buchdruck? Was Bücher drucken? Und was kann man eigentlich mit einem Studium in diesem Bereich später machen? Die Hochschule für Grafik und Buchkunst bietet den Studiengang Buchkunst an. Ich spreche mit einem Professor und einem Studenten.
HGB
Die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

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Studium Buchdruck - ein Beitrag von Adele Krüger.
Studium Buchdruck - ein Beitrag von Adele Krüger.

Buchdruck und Bücher drucken

Wenn man sich als Laie fragt, was man mit einem Studienabschluss im Fach Buchdruck eigentlich mal machen kann, taucht das erste Missverständnis schon bei dem Wort Buchdruck auf. Ohne genaueres Wissen geht man erstmal davon aus, das Buchdruck bedeutet Bücher zu drucken, aber eigentlich ist der Buchdruck nur eine spezifische Methode, um genau das zu tun. Der Buchdruck ist eine Hochdruckmethode, bei der die Seiten erst spiegelverkehrt zusammengesetzt und dann auf das Papier gedruckt werden. Dieses zusammensetzen ist quasi wie bei einem Baukasten mit Bleistempeln. Aber eben weil sich diese Bleistempel abnutzen und das Setzen selbst sehr viel Aufwand erfordert, wird es heute kaum noch genutzt. Der digitale Druck und Offsetdruck sind für große Auflagen einfach geeigneter.

Studium Buchdruck

Im Studium Buchdruck an der Hochschule für Grafik und Buchkunst macht man einen Abschluss in Angewandter Kunst. Während man zwar noch Buchdruck unterrichtet, liegt der Fokus eigentlich eher im grafischen Bereich. Professor Markus Dreßen meint, dass der Buchdruck als Tradition zwar wichtig sei, aber er eben auch nur wegen der Tradition und Geschichte gelehrt wird. Hendrik Heinicke, Student der diesjährigen Abschlussklasse der Buchkunst, meint aber, dass Tradition trotzdem auch an der HGB eine große Rolle spielt. Gerade die alten Werkstätten sind der ganze Stolz der Universität. Er stimmt allerdings zu, dass vor allem in der späteren Hälfte des Studiums der digitale und grafische Bereich immer wichtiger wird.

Schön findet Hendrik vor allem, dass man im Studium Buchkunst auch Einblicke in Bereiche und Aufgaben bekommt, die man eher mit dem Lektorat oder Verlagsarbeit verbindet. Außerdem ist die Buchkunst sehr frei und genau deswegen habe er sich damals auch für das Studium entschieden. Er hat unter anderem gerne auch Collagen oder Fotografie gemacht und das verbindet man jetzt vielleicht nicht sofort mit Buchkunst.

Aber was kann man jetzt später mal damit machen?

Also man merkt schon - mit Buchdruck kann man vielleicht nicht mehr so viel machen, aber mit Bücher drucken und Bücher machen schon. Laut Professor Dreßen gehen die meisten Absolvent:innen dann in Berufe im grafisch-digitalem Bereich oder werden Buchgestalter:innen. Hendrik würde gerne für einen Verlag arbeiten nach seinem Abschluss.

Was ich sehr interessant fände wäre der literarische Bereich. Also auch in die verlegerische Arbeit zu gehen und in Verlagshäusern zu arbeiten. Als zum Beispiel mit literarischer Ausrichtung oder auch mit Informationsvermittlung.

Er sagt, dass heutzutage eigentliche sehr viele Bereiche eigene Grafiker:innen suchen und einstellen. Ein Job mit dem Studium Buchkunst zu bekommen, ist also gar nicht so schwierig, wie man vielleicht erstmal denkt und sowohl die Buchkunst als auch das Bücher drucken haben eine Zukunft, das meinten sowohl Professor Dreßen als auch Hendrik.

 

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Wer sich ein paar Ergebnisse der Buchkunstklassen der HGB anschauen möchte, hat zur Veranstaltung 'It's a book', der Buchmesse für freie Verläge, am 29.05.2021 online die Chance dazu.

https://www.hgb-leipzig.de/hochschule/kalender/347