GameCheck: "Red Dead Redemption 2"

Noch nie war man dem Westen so nah

Rockstar Games ist bekannt dafür, dass die Protagonisten in ihren Videospielen nicht das beste Schwiegersohnmaterial sind, so auch in "Read Dead Redemption 2". Als Teil einer Bande Gesetzloser macht es großen Spaß, mal nicht der Held zu sein.
Red Dead Redemption 2 bietet eine riesige Welt zum erkunden

In einer gnadenlosen Zeit darf man sich für nichts zu schade sein, wenn man überleben will. In Rockstar Games „Red Dead Redemption 2“ sind wir ausnahmsweise mal nicht der auserwählte Held, sondern der Bösewicht selbst. Im sich dem Ende zuneigenden Wilden Westen schlüpfen wir in die Haut des Revolverhelden Arthur Morgan. Gemeinsam mit seiner Bande Gesetzloser muss er einen neuen Platz für sich und seine Freunde finden. Als ehrliche Gauner sehen sie sich nämlich bald von dem immer länger werdenden Arm des Gesetzes in die Enge getrieben.

Man ist mal nicht der typische Held, der die Welt retten muss. Arthur und die Bande stecken sie lieber in Brand.
Man ist mal nicht der typische Held, der die Welt retten muss. Arthur und die Bande stecken sie lieber in Brand.

 

Die Handlung von „Red Dead Redemption 2“ findet noch vor der des ersten Teils statt und beginnt mit der Flucht der Van der Linde Gang vor dem Gesetz. Arthur ist Mitglied in dieser Gang und muss nach einem gescheiterten Raubüberfall gemeinsam mit seinen Freunden fliehen. Seitdem schlagen sie sich durch den Westen. Doch statt sich in Sicherheit zu bringen, verwickelt sich die Gang immer weiter in Schwierigkeiten, sei es durch weitere missglückte Überfälle, eine rivalisierende Gang oder wütende Opfer krimineller Taten. Währenddessen kommen auch Konflikte innerhalb der Gang auf und Arthur wird vor schwere Entscheidungen gestellt, die sowohl seine Zukunft als auch die seiner Freunde betrifft.

In der harten Zeit des Westens muss man ums Überleben kämpfen. Der ein oder andere Zugüberfall hilft dabei ganz gut.
In der harten Zeit des Westens muss man ums Überleben kämpfen. Der ein oder andere Zugüberfall hilft dabei ganz gut.

Wir sind Teil einer Gesetzlosen-Gang

Die Hauptstory bietet ein spannendes und abwechslungsreiches Spielerlebnis. Von lustigen Momenten, wie ein spontanes Besäufnis mit unserem Freund Lenny, über spannende Raubüberfälle, Schießereien und diverse Fluchten - was man als Gesetzloser eben so macht - bis hin zu emotionalen Momenten. Und auch wenn man den ersten Teil nicht gespielt hat, kann man der Geschichte gut folgen. Die Charaktere sind interessant, glaubwürdig und je nachdem absolut liebens- oder hassenswert. Arthur ist ein toller Protagonist. Er ist kein rechtschaffener Mann, er ist aber auch kein Gangster, dessen einzige Motivation ist Böses zu tun. Er tut das um zu überleben und auch wenn er die Dinge lieber etwas rauer regelt, hat er Ängste, Selbstzweifel und Tiefe.

Durch kleine Details und Atmosphäre gibt einem das Spiel das Gefühl Teil einer Gang zu sein. Das Lager, in dem die Van der Linde Gang lebt, ist immer voller Leben und es gibt ständig etwas zu tun. Die Charaktere reagieren auf einen, sei es mit spontanen Gesprächen über die neusten Ereignisse im Spiel, eine Runde Poker oder ein etwas entnervter Kommentar darüber, dass ihr schon wieder irgendwen auf der Straße abgeknallt habt und jetzt ausseht wie ein Hinterhofschlachter.

Hauptstory? … neee

Liebevoll und detailreich gestaltet bietet einem die Spielwelt von Wäldern über Sümpfen bis zur Großstadt alles.
Liebevoll und detailreich gestaltet bietet einem die Spielwelt von Wäldern über Sümpfen bis zur Großstadt alles.

"Red Dead Redemption 2" ist ein Spiel in dem man durchaus Stunden damit verbringen kann nicht die Hauptstory zu spielen. Die riesige Open World ist gefüllt mit Dingen, die es zu entdecken gilt. Ein Gangmitglied vor dem Galgen zu bewahren wird also schnell mal unwichtig, wenn man auch drei Stunden hinter einem Elch herjagen kann, der sich vielleicht gut als Jacke machen würde und dann wollte ein NPC (nicht spielbarer Charakter) nach Hause gebracht werden uuuund dann ist neben einem plötzlich eine Nebenmission aufgeploppt. Getrieben von Missionen und Sammelobjekten reitet Arthur durch Berge, Prärien, Wälder und Sümpfe. Man bekommt als Spieler*in alles gezeigt was die Natur der USA zu bieten hat und obendrein sieht die Grafik auch noch wunderschön aus.

Auch sehr schön ist, dass Spielwelt und Gameplay Hand in Hand gehen. Für jede Aktion gibt es eine passende Animation, wie zum Beispiel beim Lesen, Ausrüstung herstellen oder bei Unterhaltungen. So kommt es kaum zu Brüchen im Spielerlebnis, während man Aktionen durchführt. Erteilt man Arthur zum Beispiel den Befehl etwas zu essen, wird die Spielwelt nicht pausiert und es startet eine Animation in der Arthur etwas isst, trinkt oder eine Zigarette raucht. Die Spielwelt wirkt lebendig und ebenso wirkt auch das Spielerlebnis echt, egal ob ihr euch einer Mission oder der Open World widmet.

Arthur kann es in Sachen Schießen mit jedem Revolverhelden aufnehmen.
Arthur kann es in Sachen Schießen mit jedem Revolverhelden aufnehmen.

Wie ein echter Revolverheld

Um auch das Gefühl zu erwecken wirklich der schnellste Revolver im Westen zu sein, gibt es auch im zweiten Teil von "Red Dead Redemption" die Dead Eye Funktion. Das bedeutet, dass man per Knopfdruck beim Zielen mit einer Waffe die Zeit verlangsamen kann und währenddessen Ziele markieren kann, auf die Arthur dann beim Abdrücken schneller schießt als man gucken kann. Mit ein bisschen Übung ist das eine hilfreiche Funktion, wenn man sich mal einer ganzen Menge Gegnern gegenüber sieht.

Allerdings sollte man es mit dem Überfallen, Stehlen und Bedrohen nicht übertreiben. Auch wenn wir einen Dieb und Gesetzlosen spielen, ist Arthur trotzdem ein Mann mit einem gewissen Ehrgefühl. Je nachdem wie man sich in Situationen verhält, steigt oder sinkt seine Ehre, was sich auch auf Story und Missionen auswirken kann. Wenn man etwas Kriminelles tut, sollte man aufpassen, dass man unbeobachtet bleibt. NPCs können einen nämlich an den Sheriff verraten und dann endet die Situation meistens in einer panischen Flucht.

Fazit

Zwischen all den immer generischer und immer größer und leerer werdenden Open World Spielen sticht "Red Dead Redemption 2" definitiv heraus. Es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Das Spiel ist liebevoll gemacht, was man beim Spielen merkt. Es gibt viele interessante Missionen, die einem die Zeit des Wilden Westens näher bringen. Das Spiel nimmt einen von Anfang bis Ende mit. Der Western zum selber Spielen ist ein Erlebnis, das man auf jeden Fall mitgenommen haben muss.

Der Trailer zum Spiel:

 

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Juliana Walewski
18.01.2022 - 09:14
  Games

Red Dead Redemption 2

Plattform: PlayStation 4, Xbox One, Microsoft Windows, Google Stadia

Entwickler: Rockstar Games

Herausgeber: Rockstar Games

Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2018