Kulturveranstaltungen trotz Corona

Kulturtipps zum Montag

In der dieswöchigen Ausgabe der Kulturtipps dreht sich alles um das Thema "Widerstand" und "Exil". Ob auf der Bühne des Leipziger Schauspiels, in einer Online-Ausstellung der DNB oder einem wunderbaren Filmtipp. Hier kommen die Kulturtipps der Woche.
Jeden Montag gibts 3 Kulturtipps vom Kultstatus!

#1 Theater: Widerstand

Am Freitag, dem 14.5. findet um 20:00 Uhr die Online-Uraufführung von „Widerstand“ statt.

Bei der Auftragsarbeit des Schauspiels Leipzig handelt es sich um den ersten Theatertext des aus Görlitz stammenden Schriftstellers Lukas Rietzschel.

In dem Text soll es um die brennenden strukturellen Probleme in den sogenannten „Neuen Bundesländern“ gehen - um Konflikte: Alt gegen Jung, Ost gegen West, Reich gegen Arm, Verlierer gegen Gewinner. Aber auch um Gesagtes und Ungesagtes, Nähe und Distanz und die Frage, ob alles so bleiben muss, wie es ist.

Regie führt Intendant Enrico Lübbe höchstselbst.

Mehr Informationen und Karten gibt es auf der Website des Schauspiels Leipzig.

 

#2 Ausstellung: Künste im Exil

Die Deutsche Nationalbibliothek präsentiert ab dem 13.5. auf der Website www.kuenste-im-exil.de eine virtuelle Sonderausstellung zu Leben und Werk Ulrich Bechers.

Ziel der Ausstellung sei es, das Werk des mittlerweile in Vergessenheit geratenen Schriftstellers wiederzuentdecken, gleichzeitig an die Bücherverbrennung durch die Nazis zu erinnern, der auch Bechers Werk zum Opfer fiel, sowie einen Eindruck vom Leben eines Künstlers im Exil zu vermitteln.

Eingeleitet wird die Ausstellung am Mittwoch, dem 12.5. um 19 Uhr mit einem Vortrag sowie Lesung in Anwesenheit Ulrich Bechers Sohns und Enkeltochter. Für die Veranstaltung kann man sich hier anmelden.

 

#3 Filmtipp der Woche: Transit

Ebenfalls um das Thema Exil geht es im dieswöchigen Filmtipp: „Transit“ von Regisseur Christian Petzold aus dem Jahr 2018. Unsere ausführliche Kritik zum Film findet ihr hier

Kritikerliebling Petzold bewies zuletzt mit „Undine“ erneut, dass er ein Garant für herausragendes deutsches Indie-Kino ist. Mit „Undine“ hat „Transit“ neben dem Regisseur auch das Hauptdarsteller:innen Duo gemein -  bestehend aus Paula Beer und Franz Rogowski.

„Transit“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Anna Seghers. Dieser spielt im Marseille der 40er Jahre und erzählt die Geschichte eines Deutschen Exilanten, der vor den Nazis aus Paris nach Marseille flüchtet, um von dort weiter nach Amerika zu fliehen. Dazu benötigt er sogenannte Transit-Papiere und die sind nicht leicht zu bekommen. So sitzt er mit anderen Exilanten in Marseille fest und blickt einem ungewissen Schicksal entgegen, als ihm eine mysteriöse Frau über den Weg läuft.

Petzold übernimmt die Handlung des Romans, verlagert den Schauplatz aber in das Marseille der Gegenwart. Angereichert mit Filmzitaten klassischer Hollywood-Melodramen wie „Casablanca“ gelingt es Petzold in „Transit“, einen fantastischen Raum zu entwerfen, der bei aller Ruhe der Bilder vor Spannung und Magie zu knistern scheint.

„Transit“ ist ein wundervoller Film über das Dazwischen: Zwischenräume, Zwischenzeit, Zwischenmenschlichkeit. Gerade während der Corona-Pandemie wird die Zeitlosigkeit und Aktualität des Films nochmal deutlich bewusst. Der Film zeigt entwurzelte Figuren auf der verzweifelten Suche nach Halt, Hoffnung und Liebe in einer kalten und herzlosen Welt.

Wenn am Ende ein einziger Blick mehr sagt als tausend Worte, spürt man, dass man es bei „Transit“ mit ganz großem Kino zu tun hat. 

"Transit" ist bei allen gängigen VoD-Anbietern zum Kaufen und Leihen verfügbar.

Transit (FR, DE 2018; R: Christian Petzold)

 

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#1 THEATER

Widerstand

#2 AUSSTELLUNG

Künste im Exil

#3 FILMTIPP

Transit