Faszination Lesen

Die wertvollste Fähigkeit

Obwohl Smartphone & Co. sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen, greifen die Menschen in ihrer Freizeit immer noch gerne zum Buch. Wir klären, warum sie das tun und was das Lesen für Vorteile mit sich bringt.
Der Grundstein für Lesefreude und Lesekompetenz wird bereits in der Kindheit gelegt.

Der Beitrag zum Nachhören:

Faszination Lesen - ein Beitrag von Annalena Gebauer.
Faszination Lesen - ein Beitrag von Annalena Gebauer.

Gründe ein Buch zur Hand zu nehmen, gibt es viele. Wir lesen um dem Alltag zu entfliehen, um zu entspannen, um uns weiterzubilden oder auch um abends leichter einschlafen zu können. Unterhaltung, Information, Therapie - je nach Bedürfnis und je nach Genre erfüllen Texte unterschiedliche Funktionen für die Lesenden.

Lesefähigkeit - ein Alleskönner

Auch unabhängig vom Inhalt bereichert uns der Akt des Lesens: Das Gehirn läuft dabei auf Hochtouren. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der visuelle Cortex. Bekanntes wird dort mit neuen Bildern und Informationen verknüpft. Nachweislich wirkt sich das Lesen deshalb positiv auf die Fähigkeit aus, komplexe Probleme zu verstehen, zu hinterfragen und zwischen Wichtig und Unwichtig zu unterscheiden. Außerdem werden Empathie und Emotionale Intelligenz gefördert, und zwar auf einem Level, wie es zum Beispiel ein Gespräch nicht vermag.
Neben zahlreichen Vorteilen für Entwicklung und Persönlichkeitsbildung ist das Lesen aber auch Voraussetzung für Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe. Ein Leben ohne diese Fähigkeit ist nur schwer vorstellbar. 

Erhaltenswerte Lesekompetenz

Umso beunruhigender ist es, dass es um die Lesekompetenz nicht sehr gut bestellt ist. Aus der LEO-Studie von 2018 geht hervor: knapp 6  Millionen der Erwachsenen in Deutschland haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Jugendlichen mangelt es zunehmend an der Kompetenz, in Texten zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden zu können, wie eine Sonderauswertung der letzten PISA-Studie zeigt. Spannendere und „coolere“ digitale Medien sind die größte Konkurrenz. Freiwillig Zeit in das Lesen zu investieren, dass erst erlernt werden muss, dafür sind Heranwachsende bei dem Überangebot an Alternativen heute weniger bereit. Rechtschreibkenntnisse, Grammatik und Konzentrationsvermögen leiden darunter. 

Hoffnung für die Buchbranche

Tatsächlich hat der Buchmarkt 2019 erstmals seit langem ein Umsatzplus von rund 160 Millionen Euro verzeichnen können. Dann kam die Corona-Krise und es ging wieder bergab mit den Verkaufszahlen. Sichere Prognosen zu treffen, ist deshalb derzeit schwer.

Die Leipziger:innen sehen jedoch optimistisch in die Zukunft:

Ich kann mir vorstellen, dass eine Nische für das Lesen verbleibt, aber die Entwicklung geht zumindest aus meiner sicht weg vom geschrieben Wort und eher zum Hören und zum Sehen.

Es wird nicht ganz aussterben, weil es gibt immer welche die lesen. Und ich denke, viele finden das Gefühl, Seiten oder das Buch in den Händen zu halten, besser, als so ein Handy oder ein E-book. Von daher wird das nicht ganz aussterben.

Außerdem ist der Alltag gerade im letzten Jahr so digital geworden, dass es mich persönlich nervt, dann auch noch bei meiner Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit digital zu sein, sodass ich denke, das Lesen wird seine Berechtigung auch noch in Zukunft haben.

 

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