Die Musik bleibt
Foto: Moritz Fehrle
Seit über 150 Jahren gibt es die Musikalienhandlung M. Oelsner in der Leipziger Innenstadt. Michael Rosenthal steht dort schon lange hinter der Ladentheke. Dieses Jahr feiert er sein 50. Inhaberjubiläum. Nur ein paar Schritte vom Gewandhaus entfernt, war das Geschäft schon immer ein zentraler Anlaufpunkt für Musikerinnen und Musiker.
Schwerpunkt Noten
Die gedruckten Noten machen neben Konzertkarten, Büchern und CDs den größten Teil des Angebots aus. Rosenthal hat in seinem Leben schon viele, teilweise ausgefallene Noten-Wünsche erfüllt. Der langjährige Gewandhauskapellmeister Kurt Masur bestellte bei ihm genau so wie der weltbekannte Geiger Yehudi Menuhin oder der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau.
Musik zwischen Ost und West
Foto: Levin Schwarzkopf
Dabei war die Arbeit im einzigen privat gebliebenen Musikalienladen Leipzigs zu DDR-Zeiten nicht immer einfach. Die Geschichte des Ladens handelt auch von Überwachung, einem verhafteten Mitarbeiter und kreativen Lösungen, um Noten in beide Richtungen über den Eisernen Vorhang zu schicken. Für den musikalischen Austausch zwischen beiden deutschen Staaten sorgten vor allem Gastsolisten und die Leipziger Messe.
Patina angesetzt
Heute bewahrt das Geschäft den Charme der letzten beiden Jahrhunderte. Auch die gedruckten Noten an sich sind in Zeiten der Digitalisierung langsam aber sicher ein Auslaufmodell. Doch während andere Musikalienhandlungen schließen, hält sich Rosenthals Laden beständig. Er setzt weiterhin auf die Zeitlosigkeit der Musik.
Ich habe das tagtäglich, dass Kunden kommen und sich einfach über diese Firma mit ihrer angesetzten Patina freuen. Die Möglichkeit, in dieser alten Art noch einkaufen zu können, ist für viele ein Erlebnis, auch für Jüngere.
Michael Rosenthal, Musikalienhändler
Das Interview zum Nachhören:
Redaktion: Moritz Fehrle, Robert Küllmer und Levin Schwarzkopf
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