Interview: Alexander Graeff

Der Weg zu mehr Diversität

Alexander Graeff ist bei der Queer Media Society tätig und engagiert sich dort für queere Personen und Themen in der Literatur und im Verlagswesen. Bei einem Onlineinterview haben wir uns über Queerness in der Literatur unterhalten.
Der Schriftsteller und Philosoph Alexander Graeff im Interview bei mephisto 97.6.

Das Interview zum Nachhören:

Sonja Garan im Gespräch mit Alexander Graeff von der Queer Media Society
Sonja Garan im Gespräch mit Alexander Graeff von der Queer Media Society

Was ist eigentlich queere Literatur? Das ist keine so einfach zu beantwortende Frage. Ein queerer Roman kann zum Beispiel von queeren Personen handeln, die also eine andere sexuelle Orientlierung als heterosexuell oder ein Geschlecht haben, das nicht in die binären Kategorien „weiblich“ und „männlich“ passt. Man kann sich aber auch die Frage stellen, so Alexander Graeff, ob ein von einer queeren Person verfasstes Buch nicht auch schon queer ist. Queerness kann in Büchern auf verschiedene Art und Weise angesprochen oder behandelt werden – Oft bringt das Thema auch ein Coming Out der Autor:innen mit sich. Das wiederum kann in der Gesellschaft unterschiedlich wahrgenommen werden.

Jedes Coming-Out bringt ja die Ambivalenz mit, dass man möglicherweise durch die Markierung ´ich bin anders´ den Standard nur verstärkt. Damit der Standard sagen kann, ah ok du bist anders aber wir sind natürlich nicht so wie du und oute dich, damit wir sagen können, was der Standard ist.

Alexander Graeff über Coming-Outs in der Literatur

Wer oder was ist normal?

Normalität ist ein Konzept, das die Queer Media Society grundsätzlich hinterfragt. Darum ist Normalität von Queerness auch nicht unbedingt ihr Ziel. Viel wichtiger sei es laut Alexander Graeff, Sichtbarkeit zu schaffen. Dafür gebe es nicht den einen richtigen Weg, dafür aber verschiedene Ansätze.

Politisch denken

Die Queer Media Society setzt vor allem auf Öffentlichkeitsarbeit, um ihre Ziele zu erreichen.

Die QMS verfolgt die Strategie, dass wir oben anfangen. Dass wir sozusagen bei der sogenannten Entscheider:innenebene anfragen [...]Und dann das Gespräch suchen [...] und Fragen zu stellen.

Alexander Graeff über Öffentlichkeitsarbeit

Ihnen ist es wichtig, dass queere Literatur kein Trendthema in der Literatur bleibt. Wichtig sei es, reflektiert zu bleiben und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: diversere Literatur.

 

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