Stadttiere

Der Fuchs als Stadttier in Leipzig

Zum heutigen Stadtbild gehört neben bekannten Stadttieren wie der Taube seit einigen Jahren auch der Fuchs. Doch wie kam das Wildtier in die Stadt und was bedeutet das für den Menschen?
Fuchs im Wald
Der Fuchs in seinem natürlichen Lebensraum

Die Großstadt ist nicht nur für Hunderttausende Menschen ein Zuhause – zunehmend machen es sich auch Tiere in Leipzig und anderen Städten gemütlich. Der Fuchs passt sich an das Stadtleben an. Er nutzt Unterschlupfmöglichkeiten, die ihm die Menschen unbewusst bieten und ernährt sich auch von deren Müll.

Der Fuchs in Leipzig

Konkrete Zahlen darüber, wie viele Füchse in Leipzig leben, liegen nicht vor. Es gibt jedoch Schätzungen, die von 600 bis 1000 Füchsen sprechen und sich an der Zahl der getöteten oder überfahrenen Tiere orientieren.

In den 1990er-Jahren gab es einen Anstieg der in Städten lebenden Füchse – ein Phänomen, das im gesamten Verbreitungsgebiet zu beobachten war. Seit den 2000ern sind die Zahlen jedoch stabil. Der Fuchs hat in der Stadt keine natürlichen Feinde und wird nur in Ausnahmefällen gejagt.

Wenn sich Menschen durch den Fuchs gestört fühlen und den zuständigen Jäger benachrichtigen, dann wird dem Fuchs auch in der Stadt nachgestellt.

Rene Sievert, Biologe und Vorsitzender des NABU Leipzig

Der Fuchs als Krankheitsüberträger

Der Fuchs gilt als bekannter Überträger von Krankheiten wie der Tollwut. Die Angst vor einer Ansteckung von Tollwut ist heute jedoch unberechtigt, da jene schon seit circa 30 Jahren als ausgerottet gilt. Das Verschwinden der Tollwut konnte durch jahrelange Impfungen der Wildtiere in Form von Fressködern erreicht werden.

Weiterhin nennenswert ist die Räude, ein Parasitenbefall von Milben sowie der Fuchsbandwurm, welcher in Leipzig noch in Einzelfällen nachweisbar ist. Letzteres wird beispielsweise über Lebensmittel im Garten übertragen, die mit Speichel oder Kot von Füchsen in Berührung gekommen sind. Auch wenn sich Menschen mit dem Fuchsbandwurm infizieren können, stellt die Krankheit keine große Gefahr für ihn dar.

Es ist momentan so, dass es schon Behandlungsmethoden gibt, sodass es nicht mehr so gefährlich ist, wie es noch vor einigen Jahren tatsächlich war.

Rene Sievert, Biologe und Vorsitzender des NABU Leipzig

Mögliche Gefahren für Haustiere

Hundebesitzer:innen müssen sich um die Übertragung von Krankheiten auf ihr Haustier keine Sorgen machen, da die Hunde gegen die meisten Krankheiten, die der Fuchs überträgt, geimpft sind.

Allerdings sind Kleintiere, wie Hühner, Kaninchen oder Meerschweinchen, die im Garten gehalten werden, gefährdet.

Es besteht die Gefahr, dass der Fuchs diese als Beute betrachtet und sich dann das ein oder andere Haushuhn dann holt. Das Risiko gibt es natürlich.

Rene Sievert, Biologe und Vorsitzender des NABU Leipzig

im Garten gehaltene Hühner
Hühner im eigenen Garten – Beutetiere für den Fuchs   

Wie miteinander umgehen?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Fuchs weder bewusst noch unbewusst vom Menschen gefüttert wird und das eigene Obst und Gemüse aus dem Garten gewaschen oder gekocht wird, um Krankheitsübertragung entgegenzuwirken. Bei einem direkten Zusammentreffen mit dem Fuchs sollte man sich ruhig verhalten und seiner Wege ziehen lassen. Ein Angriff von Seiten des Fuchses ist dann sehr unwahrscheinlich. 

Es müssten wirklich sehr viele ungünstige Faktoren zusammenkommen, dass es wirklich riskant werden könnte für den Menschen. Das ist eigentlich nicht vorstellbar.

Rene Sievert, Biologe und Vorsitzender des NABU Leipzig

Solange sich die Menschen nicht durch den Fuchs gestört fühlen, weil er beispielsweise im eigenen Garten lebt, ist ein friedliches Miteinander gut möglich.

Wer mehr über den Fuchs erfahren möchte, kann unsere Folge hier nachhören:

 

Kommentieren

Lena Rudolf
06.11.2021 - 20:10
  Wissen