Umweltdetektive, Mülleimer, Mängelmelder

Das Müllproblem in Leipzig

Die öffentlichen Flächen von Leipzig haben ein Müllproblem. Dieses will die Stadt nun mit verschiedenen Strategien angehen.
Müll im Park

Leipzig hat ein Müllproblem. Öffentliche Parks und Grünanlagen werden zunehmend von den Leipziger:innen als Mülleimer missbraucht. Auch große Müllobjekte wie kaputte technische Geräte oder Sperrmüll werden illegal entsorgt, obwohl man diese auch kostenlos auf einem der 15 Wertstoffhöfe in Leipzig abgeben könnte. Die Debatte um das Leipziger Müllproblem ist bereits im Stadtrat angekommen. Es folgen einige Ansätze, mit denen dieses Problem angegangen werden soll.

 

Umweltdetektiv:innen

Ein Antrag der SPD-Fraktion fordert, dass ab 2023 in Leipzig drei sogenannte Umweltdetektiv:innen eingesetzt werden sollen. Diese ermitteln in Leipzig, um die Verursacher:innen illegaler Müllablagerungen zu finden und durch Bußgelder zu bestrafen. Die Idee dahinter ist, dass man den Erzeugenden von illegalem Müll nicht nur hinterher räumt, sondern sie auch für die entstandenen Kosten zahlen lässt. Die Arbeit der Umweltdetektiv:innen bezieht sich somit vor allem auf größere illegale Müllablagerungen - aber auch auf die unsachgemäße Entsorgung von kleinem Müll, dem sogenannten Littering. Ob Littering aber in der Realität auch zurück verfolgt werden kann, wird sich zeigen. Sollten sich die drei Umweltdetektiv:innen bewähren, wäre die Stadt auch bereit ihre Zahl später aufzustocken. Nürnberg, welches halb so groß wie Leipzig ist, hat aktuell zwölf Umweltdetektiv:innen.
Zusätzlich zu den Umweltdetektiv:innen soll auch ein:e Sauberkeitsbeauftragte:r eingesetzt werden. Diese:r würde aktiv auf Menschen in der Stadt zugehen und sie auf die Folgen von unsachgemäßer Müllentsorgung aufmerksam machen.
Andreas Geisler von der SPD Fraktion sieht das Konzept eines Umweltbeauftragten jedoch kritisch:

Ich teile den Optimismus der Verwaltung dort nicht. Ich glaube diese Hartleibigkeit der Menschen aktuell, diese Ignoranz aktuell von vielen in der Bevölkerung ist im Moment gerade extrem und ich glaube nicht, dass so ein Botschafter was bringt. 

Andreas Geisler, SPD Fraktion

Sollte dem Antrag zugestimmt werden, wird dem Projekt ein Budget von 600.000€ zugesprochen. Auf lange Sicht soll es sich aber durch die, von den Umweltdetektiv:innen generierten Bußgelder, selber finanzieren.
Ende dieses Monats wird über den Antrag abgestimmt.

 

Mülleimer

Ein Teil der Debatte ist die Frage, wie viele öffentliche Mülleimer Leipzig braucht. Zahlenmäßig hat Leipzig mit seinen 3500 Mülleimern vergleichsweise wenig öffentliche Mülleimer im Stadtgebiet. Aus diesem Grund engagiert sich die LINKE im Stadtrat dafür, diese Zahl zu erhöhen. Jeremias Kempt von den Ökolöwen Leipzig sieht diesen Ansatz jedoch skeptisch.

Wenn immer mehr Mülleimer aufgestellt werden und überall, dann gewöhnen wir uns daran, dass wir immer und überall unseren Müll entsorgen können und wenn das mal nicht der Fall ist, dass ein Mülleimer vorhanden ist, dann lassen wir den Müll einfach liegen und sagen: ‚Naja, das ist nicht mein Problem. Nicht meine Schuld, wenn ein Mülleimer fehlt.‘ Das ist aber eine ganz gefährliche Denkweise und das aller Effektivste, was man machen kann ist, da dagegen zu steuern und zu sagen: ‚Leute, nehmt euren Müll bitte wieder mit nach Hause. Jeder hat Mülltonnen zu Hause. Da kann man den Müll sogar trennen.‘

Jeremias Kempt, Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

 

Mängelmelder

Eine weitere Maßnahme gegen da Leipziger Müllproblem ist der sogenannte Mängelmelder. Dabei handelt es sich um eine Webseite auf der unsachgemäßer Müll, defekte öffentliche Einrichtungen oder Ordnungswidrigkeiten anonym gemeldet werden können. Diese Mängel werden dann auf einer Karte öffentlich sichtbar dargestellt. So wird zum einen die Stadt auf diese Mängel hingewiesen und zum anderen können freiwillige Helfer:innen nun zielgerichtet Müll entsorgen. Der Mängelmelder wird vom Leipziger Dezernat Umwelt, Klima und Sport bereitgestellt.

 

Mehr Infos zum Thema findet ihr auch in unserem Podcast: 

 

 

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Leonard Doleschek
10.05.2021 - 10:55