Diskussion um Lärm- und Klimaschutz

Ausbau des Leipziger Flughafens

Der geplante Ausbau des Leipziger Flughafens wird von Bürgerbewegungen kritisiert. Gefordert wird mehr Umwelt- und Lärmschutz. Außerdem wird die Abschaffung der "kurzen Südabkurvung" diskutiert.
DHL Flugzeug
DHL Flugzeug

Am 28.01.2020 hat das „Aktionsbündnis für Klima- und Lärmschutz und sofortigen Ausbaustopp des Leipziger Flughafens“ ihre erste Infoveranstaltung zum Ausbau des Leipziger Flughafens abgehalten. Dort wurde über die Folgen des geplanten Ausbaus für Mensch und Umwelt informiert. Außerdem wurde erklärt wie Bürger:innen formal korrekt Beschwerden oder Forderungen zu dieser Thematik bei der Landesdirektion Sachsen einreichen können.

Der Flughafenausbau

Der Leipziger Flughafen soll durch ein 500 Millionen Euro teures Bauvorhaben ausgebaut werden. Besonders der Frachtflughafen und das DHL HUB (Hauptumschlagbasis) sollen erweitert werden. Leipzig ist ein wichtiger Standort für die DHL, da sich hier neben Hongkong und Cincinnati eins von weltweit drei HUBS befindet. Diese HUBS dienen als Drehkreuz für den Kontinent. Das bedeutet, dass wenn eine DHL Sendung aus Asien oder Amerika nach Europa kommt diese erst in Leipzig eingeflogen wird und von dort dann weiterverschickt wird. Der Ausbau soll die Starts und Landungen um 50 % erhöhen.

Kritik

Dieser Ausbau wird von Bürgerrechtsbewegungen, wie der „Bürgerinitaive gegen die neue Flugroute“ oder dem oben genannten „Aktionsbündnis für Klima- und Lärmschutz und sofortigen Ausbaustopp des Leipziger Flughafens“ kritisiert.
Lärmbelastung ist ein großer Kritikpunkt. Die DHL Flieger starten und Landen ausschließlich Nachts. Im Dezember 2020 gab es 162 Starts und Landungen pro Nacht. Dies erzeuge Lärm, der die Anwohner stört und ihre Schlafqualität vermindert. Der Ausbau des DHL HUBS soll die Anzahl der Starts und Landungen um 50% erhöhen. Dies würde, so argumentieren die Kritiker, zu einer weiteren Erhöhung der bereits vorhandenen Lärmbelastung führen. Außerdem wird der fehlende Umweltschutz kritisiert. Der Leipziger Flughafen hat alleine im Jahre 2020 einen CO₂-Ausstoß von ca. 2,2 Millionen Tonnen CO₂ verursacht. Außerdem wird durch das Verbrennen von Kerosin sogenannter Ultra Feinstaub freisetzt. Dieser kann schädlich für Mensch und Umwelt sein. Auch die Umweltbelastung des Leipziger Flughafens würde also durch den Ausbau ansteigen. So argumentieren zumindest die Kritiker:innen.

„Das wird aus meiner Sicht eine Katastrophe werden. Wir sprechen ja heute schon von der lautesten, nächtlichen, stadtnahen Lärmquelle Deutschlands. Und der Flughafen Leipzigs ist schon heute nachweislich der, gemessen an dem CO2 Ausstoß vor start und Landungen der dreckigste Flughafen Deutschlands. Wenn das jetzt noch alles hier dazu kommt, das wird für die Bevölkerung hier, katastrophal wird das werden.“

Matthias Zimmermann, Pressesprecher der Bürgerinitaive gegen die neue Flugroute

Die kurze Südabkurvung

Umstritten ist auch die Nutzung der „kurzen Südabkurvung“. Eine „kurze Südabkurvung“ ist eine Flugroute oder ein Flugmanöver, welches von Flugzeugen genutzt wird um am Leipziger Flughafen zu landen. Dieses Vorgehen wird kontrovers diskutiert, da die „kurze Südabkurvung“ sowohl Vogelschutzgebiete im Auwald als auch Teile des Stadtgebietes niedrig überfliegt. Der Bund Leipzig schätzt das seit 2009 ca. 2.000 Flugzeuge pro Monat in Leipzig die „kurze Südabkurvung“ fliegen.
2017 wurde von der „Bürgerinitative gegen die neue Flugroute“ eine Petition eingereicht, welche sich gegen diese Flugroute richtete. Diese Petition wurde dann vom Bundestag mit dem Höchstmöglichen Votum zugestimmt und an das Bundesverkehrsministerium weitergereicht. Trotzdem werden bis heute „kurze Südabkurvungen“ geflogen.
Am 29.01.2020 sprachen sich die die 4 Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe, Monika Lazar, Jens Lehmann und Sören Pellmann in einem offenen Brief an die Landesdirektion Sachsen für eine massive Einschränkung der „kurzen Südbakurvung“ aus.

Reaktion von DHL

Am 29.01.2020 habe ich mit Matthias Person, dem Pressesprecher der DHL für Sachsen telefoniert- Dieser sagte mir, dass die Möglichkeit Nachts fliegen zu können einer der Gründe war, warum das DHL HUB überhaupt in Leipzig errichtet wurde. Nachtflüge seinen ein wichtiger Bestandteil des Geschäftes der DHL. Dieses Recht wurde der DHL von der Stadt zugesichert und sie werden es auch wahrnehmen. In Fragen von Umweltschutz und Flugrouten verweist Person auf die Verwaltung des Flughafens und die Sächsische Luftfahrtbehörde. Es läge an diesen Institutionen Klimaschutz und Flugrouten zu regulieren.

 

Hier gibt es die Podcast-Folge zum Nachhören: 

 

 

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Weitere Infos findet ihr hier: 

Bündnis für Klima- und Lärmschutz und sofortigen Ausbaustop des Leipziger Flughafens

 

Bürgerinitiative gegen die neue Flugroute

 

DHL Leipzig: