Absage des Leipziger Weihnachtsmarktes
Foto: Lena Rudolf
Die Tradition des Leipziger Weihnachtsmarktes geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Lediglich im zweiten Weltkrieg ist der Markt aufgrund des Krieges ausgefallen. Nun müssen Leipziger:innen und Tourist:innen schon zum zweiten Jahr in Folge auf das vorweihnachtliche Schlendern und Glühweintrinken verzichten.
Von der Planung bis zur Absage
Anfang November war man noch zuversichtlich, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Durch weniger Verkaufsbuden sollte der Markt etwas entzerrt werden und mehr Abstand ermöglicht werden. Nur zwei Wochen darauf kam die Enttäuschung für alle, die sich gern mit Glühwein oder Feuerzangenbowle aufgewärmt hätten - es darf kein Alkohol ausgeschenkt werden. Letztendlich wurde der Weihnachtsmarkt dann am 19. November, nur 4 Tage vor der geplanten Eröffnung, abgesagt.
Alles vorhersehbar?
Die Inzidenzen steigen seit Wochen, die Krankenhäuser sind zunehmend überlastet. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich schon Anfang Oktober dazu geäußert.
Ich halte es für unvertretbar, in diesem Jahr Weihnachtsmärkte zu erlauben
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte zur Rheinischen Post
Hätte die Stadt nicht ahnen können, dass ein Weihnachtsmarkt nicht möglich sein wird? Fest steht: die Entscheidung lag nicht nur in den Händen der Stadt, sondern vor allem in denen der Sächsischen Staatsregierung, die die neue Cornaschutzverordnung beschlossen hat. Wenn die Stadt den Weihnachtsmarkt schon früher abgesagt hätte, obwohl er vor dem 19. November noch stattfinden konnte, hätten sie dafür in ihre eigene Tasche greifen müssen.
Das Problem war, hätte die Stadt von sich abgesagt, hätte sie Schadensersatz zahlen müssen als Kommune. Die Coronaschutzverordnung des Freistaats hat das in der Vergangenheit nicht hergegeben.
Christoph Zenker, SPD-Fraktion des Stadtrates
Foto: Lena Rudolf
Was heißt das für Händler:innen?
Schade für alle Menschen, die dieses Jahr über den Leipziger Weihnachtsmarkt schlendern wollten - aber tragisch,vor allem für alle Händler:innen. Für sie fällt eine große Einnahmequelle weg. Wochenlang haben sie sich auf den Weihnachtsmarkt vorbereitet und sich darauf verlassen, Umsatz machen zu können.
Die Absage hätte zwei Wochen eher kommen können. Dann wäre uns eine ganze Menge Stress, Arbeit und auch Geld erspart geblieben. [...] Es ist eine Katastrophe - wirtschaftlich und auch psychisch
Timo Mittag, Betreiber mehrerer Weihnachtsmarktstände in Sachsen
Jetzt bleibe nur noch, sich wenn möglich auf andere Geschäfte zu konzentrieren. Die Situation sei enorm belastend.
Wer mehr über die Absage des Weihnachtsmarktes und seine soziokulturelle Bedeutung erfahren will, kann hier die Podcastfolge dazu nachhören:
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