
Larissa Iceglass und William Maybelline, so heißen die Mitglieder der 2010 gegründeten und in Berlin ansässigen Band Lebanon Hanover und sie nähren sich von nihistlistischer Tristess, grauen Weiten, Dunkelheit aber auch urbaner Romantik. Jene düsteren Facetten dieser Welt bündeln sie in ihrer Musik und verkörpern seit nun 10 Jahren den Dark – Wave – Underground. Inzwischen haben Lebanon Hanover sechs Alben veröffentlicht. Klassiker ihrer Discographie sind die Platten „Tomb for Two“, „Let Them Be Aliens“ und das 2020 erschienene „Sci-Fi Sky“. Letzteres konnten sie nun endlich auch Live präsentieren und haben dem Conne Island ein ausverkauftes Konzert beschert.
Eingeleitet wurde der Abend von der US-amerikanischen Dark Wave Band Twin Tribes. Ihre Musik ist ebenso schwer und drückend, wie mensch es von Dark Wave eben erwarten könnte. Das Conne Island wurde in Nebel gehüllt und die seichte indirekte Beleuchtung hat für perfekte gothesque Stimmung gesorgt.
Nach einer kurzen Umbauphase betraten dann Larissa Iceglass und William Maybelline die Bühne. Beide mit gewohnt düsteren Blicken, schwarzer Kleidung und keinerlei Miene in den Gesichtern. Auftakt des Konzertes bildete der Track „Golden Child“ von der Platte „Sci-Fi Sky“. William Maybellines Performance war so energetisch und grazil, dass es schwer war den Blick von ihm abzuwenden. Das zog sich dann auch durch das Konzert und seine Performance fand ihren Höhepunkt in den Tracks „I Have a Crack“ und „Totally Tot“.
As we meet in the day we move our teeth
But still we are no where near underneath
We share some words
Like scorched birds
We seem to gray
And wither away
Lyrics - "I Have a Crack"
Auch Larissa Iceglass glänzte an diesem Abend. Ihre Unnahbarkeit zieht einen in den Bann und ihre monotone Stimme dringt tief in den Kopf und in die Beine. Als dann die Klassiker „Gallowdance“ und „Kunst“ gespielt wurden, fand das Konzert seinen Höhepunkt und alle Teilnehmenden, inklusive William Maybelline und Larissa Iceglass, die mit einem Mikrofonkabel die Lyrics von „Gallowdance“ visualisierte, befanden sich in einer ekstatischen Stimmung. Closer des Konzertes bildete der Track „Come Kali Come“. Dieser ist ebenfalls von der neuen Patte und ist so schwer, mystisch und geradezu sakral, dass er sich hervorragend als ein dramatisches Ende á la Lebanon Hanover geeignet hat.
Wer jetzt traurig ist nicht an diesem Spektakel teilgenommen zu haben, kann aufatmen. Denn Lebanon Hanover touren noch bis weit ins Jahr 2022.