RB Leipzig

Zweitligalizenz, weil's eh klar war

RB Leipzig hat die Zweitligalizenz. Nur das Logo muss noch geändert werden. Oder ... vielleicht auch nicht. Oder ein bisschen. Eine Geschichte von 2009 scheint sich zu wiederholen.
Blick auf die RedBull-Arena

Seit gestern darf sich der RB Leipzig offiziell Zweitligist nennen. Die Deutsche Fußball Liga hat alle Auflagen, die für die Lizenzierung für die zweite Bundesliga notwendig waren, als erfüllt anerkannt. RB hat zugesichert, die Gremien nun mit vom Hauptsponsor unabhängigen Personen zu besetzen. Außerdem soll das Logo geändert werden und weniger an das Design der Energy-Drink-Dose erinnert. Wie das aussehen wird, ist jedoch unklar.

Kommentar

Läuft ja alles nach Plan bei RasenBallsport Leipzig. So hatte es sich der österreichische Aufputschlimonadenhersteller im Jahr 2009 vorgestellt: Aus dem Fünftklässler SSV Markranstädt mittelfristig einen Bundesligaverein machen. Ganz nach dem Vorbild zu Hause in Salzburg. „Mittelfristig“ war genau gestern, bald fünf Jahre nach der Übernahme des SSV durch den Energieriesen Red Bull.

Dass es den roten Bullen gelingen würde, ab kommender Saison die zweite Bundesliga zu bespielen, daran hatte keiner ernsthaft gezweifelt. Wahrscheinlich nicht mal die Deutsche Fußball Liga. Die Auflagen zur Zweitligalizenz waren der letzte Stolperstein, oder sagen wir: das letzte Stolpersteinchen, das auf den RB wartete. Steinchen auch deshalb, weil von den einstigen drei Auflagen nur noch zwei übrig blieben. Die Herabsetzung des Jahresbeitrags für die Mitgliedschaft bei RB – diese Auflage scheint irgendwie entglitten. Aber immerhin: Die Besetzung der Gremien des Vereins mit von Red Bull unabhängigen Personen wurde nun verbindlich zugesichert, punkt, so schnell geht das also mit dem Konsens. Und dann war da ja noch das Logo. Zu viel österreichischer Softdrink, zu wenig Unabhängigkeit – das gleiche Spiel auch hier. Zumal sich eine Geschichte zu wiederholen scheint. Schon 2009 musste RB ohne Logo antreten, weil der erste Entwurf zu sehr an seinen Hauptsponsor erinnerte. 2010 wurde eine modifizierte Version akzeptiert. Etwas anderes ist auch jetzt nicht zu erwarten. Vielleicht die Sonne weg, vielleicht auch ein Horn oder die Vorderläufe eines der Bullen. Oder der Vorschlag der Leipziger Volkszeitung: Die präsentiert heute auf ihrer Titelseite ihre modifizierte Version des Vereinslogos – dort fehlt lediglich das Kürzel RB. Ein Fußballverein namens Leipzig also. Lustige Idee, aber unwahrscheinlich.

Hinauslaufen wird es wohl eher auf zwei verschiedene Varianten des Emblems: Die Aktuelle für Halswärmer und andere Fanartikel. Und die offizielle Version für die Lizenz. So hat es ja Mutterverein FC Red Bull Salzburg auch gemacht. Bullen sind dort trotzdem zu sehen. Und rot sind sie auch.

Gut, das mit dem Logo hat ja noch ein paar Wochen Zeit. Erstmal feiert sich der RB selbst, zumindest im Internet: Mit einem bildschirmfüllenden Foto des Zentralstadions, dicken Lettern, die die positive Nachricht verkünden und sonst eher wenigen Worten. Ja, RB schweigt eben lieber. So, wie er es eben immer macht. Offizielle Stellungnahmen vorm Mikrofon gibt es keine. War es nun ein Konsens oder Kompromiss? Kein Kommentar. Was wird am Logo geändert? Kein Kommentar.  Was steht überhaupt an, in nächster Zeit? Ach, kein Kommentar.

Nur eines ist sicher: Die roten Bullen kriegen, was sie wollen. Denn sie wissen, was die Leipziger wollen: Fußball, der schon bald in der ersten Bundesliga zu Hause ist. Mit oder ohne Stier. 

Ein Kommentar von Florian Zinner über das Logo von RB Leipzig
 
 

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Florian Zinner
16.05.2014 - 19:59
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