Drogen

Zwei Gramm am Tag

Drogen können immer Leben zerstören. Doch die Droge Crystal macht innerhalb von kürzester Zeit abhängig und zerstört den Körper stark. Auch ist sie die dominante Droge unter Jugendlichen in Leipzig – ein Besuch auf der Entzugsstation.
Crsystal Meth
Auch Crystal Meth wurde beschlagnahmt

Hier kommt so schnell niemand raus. Wer die Station verlässt, muss durch zwei massive Türen gehen. Die sind stets verschlossen. Schlüssel haben nur die Psychologen und das Pflegepersonal. Die Jugendlichen auf der Drogenentzugsstation in der Leipziger Park-Klinik leben abgeschirmt von der Außenwelt. Handys sind verboten, die Besuchszeiten kurz. Und trotzdem sind viele Patienten freiwillig hier – um clean zu werden.

mephisto 97.6 Redakteur Lennart Banholzer war auf der Drogenentzugsstadion zu Besuch. Er berichtet: 

mephisto 97.6 Redakteur Lennart Banholzer war zu Besuch auf einer Drogen-Entzugsstadion
 

Ganzes Gehalt für Drogen

Eine der Patientinnen ist Sarah (Name geändert), 17 Jahre alt und vor dem Entzug fast ein halbes Jahr abhängig von Crystal Meth. Ihr gesamtes Gehalt hat die Auszubildende für die Droge ausgegeben. Etwa 80 Euro kostet ein Gramm der Substanz von der Sarah am Ende täglich fast zwei Gramm konsumiert hat. Das Crystal hat ihrem Körper stark zugesetzt: Sie sei abgemagert, erzählt sie. Sich zu konzentrieren sei ihr immer schwerer gefallen. Fürs Einkaufen habe sie Stunden gebraucht. Dann kam ein Absturz. Nach einer Partynacht fiel Sarah in einen komatösen Zustand. Ihre Mutter fand sie, brachte sie ins Krankenhaus. Dort schlief sie mehrere Tage und konnte danach kaum sprechen und schreiben. Danach ging sie freiwillig auf  die Entzugsstation und ist jetzt seit mehreren Wochen clean. Sie wird noch mehrere Monate dort bleiben. Sarah will nie wieder Drogen nehmen.

Leicht zu beschaffen

Crystal sei in den vergangenen Jahren zur dominanten Droge in Leipzig geworden, sagt Nadine Ackermann von der Polizei. Das habe vor allem mit der hohen Verfügbarkeit zu tun. Die Droge sei leicht zu beschaffen. Oft läuft es wie bei Sarah: Freunde bieten die Drogen an. Dann probiert man es halt mal aus. Und dann läuft es schief.

 

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Lennart Banholzer
02.01.2017 - 12:09