Freiheits-und Einheitsdenkmal

Zurückzahlungen und neue Pläne

Schon lange gibt es viele Diskussionen über die Pläne eines Denkmals auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Der Bau wurde bereits für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Nun muss die Stadt Leipzig Fördermittel zurückzahlen. Es gibt aber schon neue Vorhaben.
Die Idee eines Denkmals auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz wurde bis heute noch nicht umgesetzt.

Ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zur Erinnerung an die Friedliche Revolution auf dem Wilhelm-Leuscher-Platz – für die Pläne dieses Projektes stand bereits im Sommer dieses Jahres das Aus fest. Nach einem gescheiterten Wettbewerb, bei dem Entwürfe eingereicht werden konnten, Unstimmigkeiten und grundlegender Kritik an der Idee eines Denkmals wurde der Bau schließlich nicht umgesetzt. Die Stadt Leipzig muss nun bereits ausgegebene Fördermittel zurückzahlen, wie gestern das Kulturdezernat der Stadt im Rahmen der Stadtratssitzung bekannt gab.

Die Fördergelder fließen rückwärts

Insgesamt standen 6,5 Millionen Euro zur Umsetzung zur Verfügung – 5 Millionen vom Bund und 1,5 Millionen vom Freistaat Sachsen. Vorbereitungskosten für die Planung des Wettbewerbs, Ausschreibungen, eine Onlinekampagne und Öffentlichkeitsarbeit fielen unter anderem bereits an. So summierten sich 415.000 Euro, zusätzlich Zinsen. Schon bei der Übergabe der Fördermittel wurde festgelegt, dass diese im Falle des Scheiterns Projektes zurückgezahlt werden müssen. Die Stadt steht nun in der Pflicht, das Geld an den Freistaat Sachsen zurückzuzahlen.

Das Geld wird vom Dezernat Finanzen der Stadt Leipzig zur Verfügung gestellt – ein finanzieller Verlust. Die Leiterin vom Kulturdezernat Kucharski Huniath sieht jedoch auch einen Fortschritt, der aus den Erfahrungen gewonnen werden konnte:

Es hat eine intensive Auseinandersetzung der Bevölkerung mit dem Thema Friedliche Revolution und Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal gegeben, wenn auch sehr kontrovers. Aber das hat uns ja auch ein Stück weiter gebracht und da können wir auf alles, was bisher in diesem Verfahren geleistet wurde auch zurückgreifen.

Kucharski Huniath, Leiterin Kulturamt Leipzig

Das Denkmal wird es dennoch geben

Der Namenszusatz „Platz der Friedlichen Revolution" fällt in diesem Rahmen nun auch weg. Ein neuer Bauansatz wird jedoch wieder entwickelt. Im ersten Halbjahr 2015 wollen der Kulturbürgermeister Michael Faber und Dorothee Dubrau aus dem Baudezernat der Stadt ein neues Konzept zum weiteren Geschehen vorlegen. Im Rahmen des Projektes "Leipzig  – weiter denken" soll eine breite Öffentlichkeit erreicht werden. Diskussionsrunden, Foren und auch persönliche Anschriften an die Bürger sind vorgesehen.

mephisto 97.6-Redakteur Ole Zender über die Rückzahlungen der Fördermittel und neue Pläne für das Denkmal.
mephisto 97.6-Redakteur Ole Zender über die Rückzahlungen der Fördermittel und neue Pläne für das Denkmal.

 

 

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