Schwerpunkte im Stadtrat

Zukunft der Schulsozialarbeit

Welche Themen werden in der kommenden Legislaturperiode im Stadtrat wichtig? mephisto 97.6 schaut sich die großen Themen an und spricht darüber, wie sie sich entwickeln könnten. Ein Thema ist die Schulsozialarbeit. Ihre Zukunft ist noch ungewiss.
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Schulsozialarbeit erfüllt in Leipzig wichtige Aufgaben. Sie soll Probleme potentieller Schulabbrecher bei der Wurzel packen, um diese so in der Schule zu behalten. Mit dieser Herangehensweise hat man in Leipzig gute Erfahrungen gemacht. Durch Schulsozialarbeit kann spätere Arbeitslosigkeit der Schüler aufgrund eines fehlenden Abschlusses verhindert werden, dem Steuerzahler kann so viel Geld gespart werden. Doch zunächst kostet das Projekt. Zur Zeit sind an allen Leipziger Oberschulen, einigen Grundschulen, sowie Berufs- und Förderschulen Schulsozialarbeiter angestellt. Die Befürworter der Maßnahme wünschen sich noch einen Ausbau der Stellen. Und das kostet eben viel Geld.

Damit war das Thema schon bei der Aufnahme in den Haushalt 2014 ein Streitpunkt. Letztenendes fand sich eine Mehrheit. Das Projekt wird zur Zeit beinahe ausschließlich aus kommunalen Mitteln finanziert, eine spezielle Förderung für die Schulsozialarbeit erhält die Stadt Leipzig nicht. Eben diese schwierige Lage der Finanzierung, kann das Thema auch in der nächsten Legislaturperiode wieder aufs Tapet bringen.

Schulsozialarbeit weiterhin Thema

Sollte der Finanzbürgermeister beim nächsten Doppelhaushalt kein oder weniger Geld für die Schulsozialarbeit zur Verfügung stellen, müsste darum von Neuem gekämpft werden. Die Unterstützer des Programms müssten dann wieder eine Mehrheit bilden. Mit der anstehenden Kommunalwahl könnten sich die Mehrheiten im Stadtrat verschieben. Wenn Sitze an Stadträte gehen, denen andere Themen wichtiger sind, würde es schwieriger sein, eine Mehrheit für die Schulsozialarbeit zu finden 

Und auch abseits von Mehrheiten wird an dem Thema weiterhin gearbeitet. Bald stehen Lohnsteigerungen an und das betrifft auch die Schulsozialarbeit. Befürworter wünschen sich einen Ausbau der Stellen, sodass am Ende an jeder Grundschule ein Schulsozialarbeiter arbeitet – und das nicht auf einer reduzierten Stelle.

Neue Finanzierungsmittel

Daher wird es nicht reichen, das Thema allein im Leipziger Stadtrat zu verhandeln. Es muss sich nach neuen Fördermitteln umgesehen werden. Bis Ende 2013 wurde das Programm zusätzlich durch das Bildungs- und Teilhabepakete vom Bund finanziert. Nach dem Auslaufen ist keine neue Finanzierung von außerhalb gefunden worden. Die Stadt Leipzig bemüht sich um eine Finanzierung – und wenn auch nur anteilig – durch das Land. Zwar erhält sie bereits über die Jugendpauschale Fördermittel, die auch dafür eingesetzt werden könnten, doch die Stadt wünscht sich noch zusätzliche Fördermittel. Der Grund: Hier sieht man die Problematik der Schulabbrecher nicht als ein Problem der Kinder- und Jugendhilfe, sondern als ein bildungspolitisches Thema. In diesem Fall wäre eine Finanzierung Landesaufgabe, da beim Land die Bildungshoheit liegt. Das Land dagegen sieht es als Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe, die wiederum durch die Kommunen zu finanzieren ist.

In der Stadt Leipzig haben die Befürworter der Schulsozialarbeit die Hoffung, dass das Land hier seine Meinung ändern wird. Allerdings könnten sich auch im Land die Mehrheitsverhältnisse und damit Themenschwerpunkte verändern. Die Landtagswahl findet in diesem Jahr im August statt.

 

Schwerpunkte im Stadtrat: Schulsozialarbeit - ein Beitrag von Paula Drope
 
 

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