Menschen werden immer älter

Zukunft der Pflege

Laut Schätzungen der Sächsischen Regierung wird im Jahre 2025 fast jeder zehnte Einwohner in Sachsen 80 Jahre und älter sein. Pflege wird somit zu einem immer wichtigeren Thema. Doch wie ist es eigentlich um die zukünftige Pflege bestellt?
Eine Frau hilf einem alten Mann beim Essen
Pflege – ob durch Angehörige oder ausgebildete Pfleger – ist unverzichtbar.

Ambulante Dienste, Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege - das alles sind Mittel um pflegende Angehörige zu entlasten. Wenn die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen in den nächsten Jahren weiter anwächst, wird dementsprechend natürlich auch mehr Pflegepersonal benötigt. Der neue Entwurf der Pflegereform will deshalb mit Milliardenausgaben und weiteren Betreuungskräften dem Pflegenotstand entgegenwirken. Außerdem ist vorgesehen, einen neuen Pflegebegriff einzuführen. Ab Januar nächsten Jahres soll es dann anstelle der jetzigen drei Pflegestufen fünf Pflegegrade je nach Beeinträchtigung geben. Auch Demenzkranke sollen verstärkt gefördert werden. Gerade aus diesem Grund brauch es mehr ausgebildetes, qualifiziertes Personal in der Pflege.

Hauptproblem: Pflegekräftemangel

Doch geeignete Pflegekräfte zu finden, stellt ein großes Problem dar. Seitdem im Jahre 1995 die Pflegeversicherung eingeführt wurde, steht der Pflegeberuf im Zwiespalt. Auch Ines Kuche, Geschäftsführerin der Verdi im Bezirk Leipzig Nord weiß:

"Durch die Einführung der Pflegeversicherung hat Pflege eine Abqualifizierung erhalten, weil der Eindruck vermittelt wurde, dass jeder pflegen kann. Dass das aber eine qualifizierte Arbeit ist, die eine Berufsausbildung braucht, ist dabei in den Hintergrund getreten."

Außerdem sieht die Pflegereform vor, die Leistungen für die Pflegebedürftigen zu erhöhen - um ganze 4 Prozent. Für eine vollstationäre Pflege in der jetzigen Stufe I ist da etwa eine Erhöhung von 1023 auf circa 1064 Euro pro Monat vorgesehen. Dafür wird jedoch auch der Pflegebeitrag teurer. Gudrun Wegener, Pflegedienstleitung bei der Leipziger ServicePflege Andreas Märten verriet, welche Vor- und Nachteile das bringt:

"Sicherlich ist es in dem Moment nachteilig für die Betroffenen, weil sie mit teueren Abrechnungssummen konfrontiert werden; für die Mitarbeiter sehr positiv, da die Mehreinnahmen gegebenenfalls in die Refinanzierung und in die Lohnzahlung der Mitarbeiter umgesetzt werden sollen. Für die Kunden insgesamt positiv zu bewerten ist das erweiterte Leistungsspektrum, was jeder in Anspruch nehmen kann."

Geringer Lohn für den "Knochenjob"

Um das umsetzen zu können, braucht man aber wiederum qualifizierte Pflegekräfte. Ein Grund für den Fachkräftemangel in der Pflege sind auch die geringen Löhne. Und das, obwohl der Pflegeberuf große körperliche und vor allem auch psychische Belastungen birgt. Laut Gudrun Wegener also ein richtiger „Knochenjob“. Seit 2010 gibt es einen Pflegemindestlohn, der im Osten nur 8 und im Westen 9 Euro beträgt. Das erscheint vielen nicht angemessen. Hier bedarf es schnellen Verbesserungen, denn der Fachkräftemangel in der Pflege ist enorm: Allein in Sachsen gibt es derzeit ein Defizit von 400 offenen Stellen, denen nur knapp 200 Suchende gegenüberstehen.

Dennoch verriet Gudrun Wegener, dass die derzeitige Situation in Leipzig entspannt ist und es genügend Pflegedienste gibt, die sich auf bestimmte Stadtgebiete verteilen und ihren Markt verteidigen. Darauf sollte man sich trotzdem nicht beruhen, denn auch die Menschen in Leipzig werden älter und brauchen zu gegebener Zeit geschulte Pflege.

Die Zukunft der Pflege – ein Beitrag von Nicole Siemoneit
Pflege BmE

 

 

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Nicole Siemoneit
04.06.2014 - 13:29
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