Portrait über Marek Ulrich

Zuerst Karriereaus, jetzt doch Olympia?

2020 hat begonnen und es ist wieder Zeit für Neujahrsvorsätze. Einer, der es wirklich ernst meint, ist der Sportschwimmer Marek Ulrich. Sein Ziel für 2020 ist es, bei den Olympischen Spiele in Tokio mitzumachen. Ein Portrait über Marek Ulrich.
Marek (links) bei den Deustchen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal 2015
Marek (links) bei den Deustchen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal 2015

Den Beitrag gibt es hier zum Nachhören und unten zum Nachlesen:

Ein Portrait von Louisa Grübler über den Sportschwimmer Marek Ulrich
Portrait über Marek Ulrich

Die Universitätsschwimmhalle Leipzig:  Beim Betreten der Halle steigt ein Geruch von Chlor in die Nase. Die Luft ist feucht und warm und durch die große Fensterfront fällt das tageslicht auf das Schwimmbecken. Es gibt insgesamt acht Bahnen die jeweils 50m lang sind. Getrennt werden diese von weiß-blau-rot-gestreiften Leinen. Nicht mehr lange und das Schwimmbecken wird sich mit Leben füllen, sobald die Mannschaft von Trainer Frank Embacher hier trainiert. Einer von Embachers Schützlingen ist der 22-jährige Marek Ulrich.

Die Universitätsschwimmhalle Leipzig
Die Universitätsschwimmhalle Leipzig

Marek ist gut zwei Meter groß, blond und hat einen durchtrainierten Körper mit breiten Schultern - typisch für Schwimmer und Schwimmerinnen. Marek kommt ursprünglich aus Dessau-Roßlau und schwamm zehn Jahre für Halle (Saale). Seine bisher größten Erfolge waren unter anderem die Olympischen Jugendspiele in Nanjing (China) 2014, wo er im Alter von 17 Jahren mit seiner Lagen-Staffel Silber holte. Auch bei den Deutschen Meisterschaften war Marek erfolgreich, zuletzt 2017. Dort holte er holte zweimal die Goldmedaille über die Distanz 50m und 100m Rücken. Weitere Highlights für ihn waren die Europa- und Weltmeisterschaft, erzählt Marek.

Auf jeden Fall ist man erstmal stolz, dass man überhaupt dabei ist und Deutschland vertreten darf. (...) Man will ja dann auch nicht gegenüber den Fans und dem Fernsehen verkacken.

Marek Ulrich

Im Jahr 2018 verkündet Marek dann überraschend, dass er den professionellen Schwimmsport beendet. Doch nicht mal ein Jahr vergeht und es zieht Marek wieder zurück - zurück in die Schwimmhalle, zurück ins Wasser. Ende September 2019 gibt er dann bekannt er kommt nach Leipzig, um hier einen Neuanfang zu starten. Marek erzählt, dass er wieder "Blut gelegt" hat. Er wolle es sich selbst nochmal beweisen und anderen zeigen, dass er es noch drauf haben kann. Sein Ziel: Die Olympischen Spiele in Tokio 2020, das größte Ereignis, was man im Sport erreichen könne, so Marek. Er sieht sein Vorhaben ganz entspannt, denn wenn es 2020 nicht klappt, versucht er es eben 2024.

Marek beim Rückenstart
Marek beim Rückenstart

Warum sich Marek Leipzig als Vorbereitungsort ausgesucht hat, liegt daran, weil er hier schon viele Leute kennt, mit denen er schon in Halle (Saale) zusammen trainiert hat. Außerdem ist sein ehemaliger Trainer Frank Embacher auch hier in Leipzig. Deswegen war es für Marek klar, dass er auch nach Leipzig wechselt.

Schwimmen verbinde ich auf jeden Fall mit (...) Freiheit.

Marek Ulrich

Für das Gefühl von Freiheit gibt Marek viel: Eigentlich arbeitet Marek in der PR für eine Wohungsgenossenschaft. Doch seinen Beruf pausiert er gerade, da sein Fokus auf dem Schwimmen liegt, um schnell wieder in Form zu kommen. Viel Zeit für andere Hobbies neben dem Schwimmen hat Marek nicht, ebenso hat er wenigZeit für Familie und Freunde, da er einen Großteil seiner Zeit für das Training nutzt. Ein typischer Tagesablauf bei Marek sieht wie folgt aus:

Um sechs Uhr morgens klingelt spätestens der Wecker. Danach hat Marek Zeit für ein kurzes Frühstsück, bevor es dann um sieben Uhr das erste Mal ins Wasser geht. Danach geht es zur Ernährungsberatung, Physiotherapie oder zur Arbeit. Am Mittag steht dann die nächste Trainingseinheit an: Von 16 Uhr bis 17 Uhr  Kraftraining und von 17 Uhr bis 19 Uhr geht es dann nochmal ins Wasser. Insgesam kommt Marek auf 10 Wassertrainingseinheiten in der Woche, dazu kommen noch zwei bis drei Einheiten an Land. Marek sieht das Ganze aber gelassen und möchte seine Ziele Step-by-Step angehen.

Was ich halt am Schwimmen so toll finde, ist, dass man den ganzen Stress, den man vielleicht von der Arbeit oder vom Alltag mitbringt, komplett vergessen kann, sobald man ins Wasser springt.

Marek Ulrich

 

 

 

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Louisa Grübler
06.01.2020 - 14:14
  Sport