Lehrstellenüberschuss

Zu wenige Ausbildungsbewerber in Sachsen

Das Ausbildungsjahr 2015 beginnt in Sachsen am 1. September. Wie kann es da immer noch 8700 freie Lehrstellen geben?
Ausbildung, Auszubildende Sachsen
Die Zahl der Auszubildenden in Sachsen ist erstmalig wieder angestiegen

Die Zahl der Ausbildungssuchenden hat sich seit 2005 mehr als halbiert, gleichzeitig ist die Zahl der Lehrstellen enorm angestiegen.Gründe dafür sieht Frank Vollgold, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen, zum einen im demografischen Wandel. Aufgrund der geringen Zahl an Schulabgängern hat sich auch die Bewerberzahl stark reduziert. Zum anderen lässt sich bei jungen Menschen ein Trend zu höherwertigen Schulabschlüssen verzeichnen. Viele streben nach dem Erreichen der mittleren Reife noch das Abitur und ein daran anschließendes Studium statt einer Ausbildung in einem Lehrberuf an.

Redakteur Marc Zimmer spricht mit BA-Pressesprecher Frank Vollgold über das Lehrstellenproblem:

Marc Zimmer im Gespräch mit Pressesprecher Frank Vollgold
Lehrstellen

Situation in Leipzig ausgeglichen

Die angeführten Tendenzen führen dazu, dass es in Sachsen insgesamt mehr freie Lehrstellen als noch suchende Bewerber gibt. Etwas besser sieht das Ganze dabei im Raum Leipzig aus.

Hier sind 1071 Menschen noch auf der Suche nach einer Berufsausbildung und demgegenüber stehen 1076 freie Ausbildungsstellen.

Frank Vollgold, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit in Sachsen

Im Vergleich dazu kamen im letzten Jahr auf circa 2500 freie Ausbildungsstellen etwa 2900 Bewerber. Das Verhältnis hat sich in Leipzig demnach entgegengesetzt zum gesamtsächsischen Trend verbessert.

Keine Ausbildung ohne Alternativen

Dass viele Bewerber trotz des reichlichen Angebots auf dem Arbeitsmarkt keine Ausbildung finden und zahlreiche Lehrstellen nicht besetzt werden, liegt häufig an der Alternativlosigkeit der Ausbildungssuchenden. Die meisten Bewerber streben gezielt einen Wunschberuf an, dabei sind einige Berufe allerdings beliebter als andere. So interessieren sich Mädchen hauptsächlich für Berufe im Umgang mit Menschen wie beispielsweise Verkäuferin oder Friseurin. Bei Jungs sind hingegen eher technische Berufe beliebt, z.B. Kfz-Mechatroniker oder Tischler. In vielen Berufen hätten Bewerber jedoch wesentlich bessere Chancen, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. In Leipzig zählen zu diesen Chancenberufen vor allem Fachmann für Systemgastronomie, Dialogmarketing-, Großhandels- und Versicherungskaufmann, Anlagenmechaniker, Restaurantfachmann und Gebäudereiniger, da es hier jeweils mehr als fünf freie Ausbildungsstellen pro Bewerber gibt.

 

 

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