Stadtrat

Zirkus, Hauptbahnhof und Sportplätze

Zirkustiere in der Manege, Verkehrsplanung rund um den Hauptbahnhof und die Öffnung städtischer Schulsportanlagen – der Stadtrat hat am Mittwoch erneut getagt und über zahlreiche Themen debattiert.
Die CDU favorisiert eine Tieferlegung des Leipziger Rings vor dem Hauptbahnhof.

Der Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof ist vor allem für Nutzer des städtischen Nahverkehrs ein wahres Nadelöhr. Mit dem stetig steigenden Bevölkerungswachstum wird es wohl auch dort in Zukunft immer enger. Bereits im Dezember schlug die CDU daher vor, den Straßenverkehr in einer Art Trog tiefer zu legen, sodass Fußgänger über eine Brücke gefahrlos die Straßenbahnhaltestelle und die Innenstadt erreichen können. Allerdings sind nicht alle Parteien mit diesem Lösungsvorschlag einverstanden. So favorisieren die Grünen einen Umbau ohne Tunnel oder Trog. Stattdessen solle der Bahnhofsvorplatz für den Straßenverkehr gesperrt und dieser umgeleitet werden. Ähnlich äußerte sich auch die SPD-Fraktion, die den Bahnhofsvorplatz als viel zu engen Flaschenhals bezeichnete. Daher hat der Stadtrat nun mit großer Mehrheit beschlossen, mehrere Lösungsansätze für die Verkehrssituation am Hauptbahnhof durch Sachverständige und Verkehrsplaner prüfen zu lassen.

Zirkuswildtierverbot

Seit vergangenem Jahr hat die Stadt nach einem Beschluss des Stadtrats keine öffentlichen Grundstücke mehr an Zirkusbetriebe vergeben, die Wildtiere wie z.B. Elefanten oder Giraffen in die Manege führten. Nach einer Anfrage der CDU-Fraktion erfuhren die Stadträte, dass der Stadt dadurch jährlich etwa 10.000 Euro an Einnahmen verloren gingen. Allerdings könnte das städtische Verbot schon bald gekippt werden. So hat das Verwaltungsgericht Hannover in einem ähnlich gelagerten Fall Anfang des Jahres entschieden, dass eine Kommune nicht berechtigt sei, ein solches Wildtierverbot zu erlassen. Zwischenzeitlich sei das Urteil vom Oberverwaltungsgericht Osnabrück bestätigt worden, weshalb die Stadt nun auf die Entscheidung der Sächsischen Landesdirektion warte, die das Leipziger Verbot vermutlich aufheben wird. Danach werde das Zirkuswildtierverbot den Stadtrat wohl erneut beschäftigen.

mephisto 97.6-Redakteur Thomas Tasler erklärt im Studiogespräch was im Stadtrat wichtig war:

Thomas Tasler im Gespräch mit Moderator Carsten Richter
SG Stadtrat 1204

Nicht genug nutzbare Bolzplätze

Da sich das gute Wetter gegen Ende April meist stabilisiert, wird ab dieser Zeit auch wieder mehr im Freien unternommen. Besonders beliebt sind Fußballplätze und andere öffentliche Sportanlagen. In Leipzig gibt es aktuell 36 solcher öffentlicher Anlagen, von denen aber leidiglich elf in vollem Umfang nutzbar sind. Das vor Kurzem gewählte Leipziger Jugendparlament hat aufgrund dieser Situation einen Antrag für neue Bolzplätze im Stadtrat gestellt. Wie bereits jeder zuvor vom Jugendparlament gestellte Antrag im letzten Jahr wurde auch dieser abgelehnt, mit einem denkbar knappen Stimmergebnis von 34 Zustimmungen, 34 Gegenstimmen, sowie einer Enthaltung.

Sportprogramm 2024

Die Daten über Anzahl und Zustand der Bolzplätze stammen aus der Analyse vom Sportprogramm 2024. Im Rahmen dieses Programms ist bis 2024 der Bau einiger weiterer Anlagen geplant. Dazu zählen unter anderem ein großer, moderner Skatepark in Zentrumsnähe und zwei Fitnessparcours - einer im Osten, einer im Westen der Stadt. Neben dem Wunsch nach neuen Plätzen gab es im Antrag des Jugendparlaments noch einen zweiten Punkt. Außer den öffentlichen Sportanlagen gibt es auch noch solche für Schulsport. Diese sind nur außerhalb des Schulbetriebs nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Das könnte sich in Zukunft ändern, je nachdem was eine angesetzte Prüfung durch die Stadt ergeben wird. 

mephisto 97.6-Redakteur Til Schäbitz erklärt im Studiogespräch warum es keine neuen Bolzplätze geben wird: 

Til Schäbitz im Gespräch mit Moderator Lars-Hendrik Setz
 
 

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Thomas Tasler, Hendrik Zimny
13.04.2017 - 18:12