Welt-Aids-Tag

Zeit, Schleife zu zeigen

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Weltweit gedenken die Menschen den vielen Opfern der Krankheit und zeigen Verbundenheit mit den Erkrankten und deren Angehörigen. In diesem Jahr richtet sich die Kampagne gegen Diskriminierung und Ablehnung.
Aids-Schleife
Auch mephisto 97.6 zeigt Schleife.

"Gegen HIV hab ich Medikamente. Gegen Dumme Sprüche nicht."

So lautet ein Spruch aus der aktuellen Kampagne. 2016 jährt sich der Welt-Aids-Tag zum 29. Mal. Er soll die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Gefahr des HI-Virus lenken und Betroffenen die Angst nehmen, sich der Krankheit zu stellen.

In diesem Jahr steht aber vor allem die Solidarität mit den Infizierten im Vordergrund. Unter dem Motto "Positiv zusammen leben" ruft die Kampagne dazu auf, Diskriminierung und Ausgrenzung keine Chance zu geben.

Was ist Aids überhaupt?

Laut Bundesministerium für Gesundheit leben in etwa 36,7 Millionen Menschen weltweit mit AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome, zu deutsch: erworbenes Immundefektsyndrom). Dabei handelt es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch den HI-Virus das Immunsystem schwächt oder gar zerstört. Ohne richtige medizinische Versorgung kann es zu Infektionen kommen, die den Erkrankten das Leben kosten.

Nicht einmal der Hälfte der Betroffenen stehen heute die lebenswichtigen Medikamente und Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Besonders in Afrika ist die Zahl der Neuinfektionen im weltweiten Vergleich immens. Doch Kampagnen wie der Welt-Aids-Tag sollen helfen. Die Aids-Forschung erlebt einen ständigen Ausbau, weshalb HIV-Therapien an Effizienz gewinnen - vor allem in Deutschland können HIV-Infizierte so ein nahezu normales Leben führen. Trotzdem stoßen sie in ihrem Leben immer wieder auf Ablehnung und Mobbing.

HIV ist heute eine medizinisch gut behandelbare Infektion. Worunter jedoch viele Menschen leiden, ist die Stigmatisierung durch ihre Mitmenschen.

Sandra Gödicke, AIDS-Hilfe Leipzig 

Ein Zeichen für Mitgefühl

Wie jedes Jahr setzt am 1. Dezember die rote Schleife ein Zeichen für Solidarität und Toleranz. Unabhängig von Herkunft, Religion und Sprache wird sie weltweit als Statement verstanden und zeigt, dass man sich an der Aktion und dem Gedanken dahinter beteiligt. Zudem bringt der Verkauf der kleinen Ansteckschleifchen Spenden ein. 

Anstieg der Neuinfizierungen

Trotz aller Bemühungen steigt die Zahl der HIV-Neudiagnosen. Allein in Sachsen steckten sich im letzten Jahr 190 Menschen mit der Immunschwächekrankheit an - das sind 10 mehr als noch 2014. Die meisten Neuinfizierungen treten im Alter zwischen 19 und 39 auf. Diese Altersgruppe gilt am sexuell aktivsten.

Grund für den weiteren Anstieg der Infizierungen sind mangelnde Aufklärung und fehlende Verhütung. Viele Menschen unterschätzen die Gefahren von ungeschütztem Sex und das daraus entstehende Risiko einer HIV-Übertragung. Denn nicht jeder Betroffene weiß von seiner Erkrankung. Schätzungsweise 12.500 Menschen leben unwissend mit HIV. Es erfordert daher mehr präventive Maßnahmen.

Prävention und Aufklärung sind die beste Medizin und könnten Helfen, die Zahl der Neuinfektionen zu senken.

Susanne Schaper, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion 

Die Menschen sollen über Übertragungsweisen und Beratungsstellen informiert und vor den Folgen einer Infektion gewarnt werden. Auch das Verteilen von Kondomen gilt als einer von vielen Schritten, um die Welt nach und nach von Aids zu befreien. Die Staatsregierung plant circa 430.000 Euro im Jahr für solche und weitere Präventionsprojekte ein.

Was tun, wenn's doch passiert ist?

Im Falle einer Ansteckung oder bei dem bloßen Verdacht einer solchen, stehen diverse Beratungsstellen zur Verfügung. In den Gesundheitsämtern Sachsens (Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau) kann man sich in den Beratungsstellen für sexuell übertragbare Krankheiten kostenlos und anonym auf HIV testen und gegebenenfalls zum weiteren Vorgehen beraten lassen. Auch online oder telefonisch bietet zum Beispiel die Deutsche AIDS-Hilfe Unterstützung an.

Redakteurin Peggy Fischer beschäftigte sich mit den Präventionsmaßnahmen in Leipzig und interviewte dazu unter anderem Sandra Gödicke von der AIDS-Hilfe Leipzig:

mephisto 97.6 Redakteurin Peggy Fischer hat sich über den Welt-Aids-Tag informiert
 

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Anna-Luise Friedrich
01.12.2016 - 18:57