M19 – das lange Interview

#YolostattVolo

Bei der von mephisto 97.6 veranstalteten Tagung zum Thema "Reporterzukunft – Zukunftsreporter" fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der es um die Frage ging, welche Zukunftschancen die Reporter von morgen haben.
Kathrin Ruther, Marcello Bonventre und Boris Lochthofen stellten ihre Konzepte zum Thema "Innovationskultur" vor.

Die kochen auch nur mit Wasser.

... mit diesen Worten beginnt die Podiumsdiskussion rund um die Zukunft der heutigen Reporter-Nachwuchsgeneration. Als Gäste sind Thomas Müller (BR PULS, München), Dr. Marco Bertolaso (Deutschlandfunk, Köln), Frank-Thomas Suppee (MDR, Leipzig), Isabel Scholz (Radio Galaxy, Bamberg) und Britta Gossel (TU Ilmenau, Ilmenau) eingeladen, um miteinander über die Wege in den Journalismus zu diskutieren.

Schnell fällt auf, dass der persönliche Weg jedes einzelnen Gastes in den Journalismus unterschiedlicher nicht sein könnte – ob über ein klassisches Volontariat oder einen Einstieg über die Printmedien, "unruhige Lebensläufe" zahlen sich aus, wenn man sich die heutige Stellung der Gäste in den Medienhäusern anguckt. Ein Volontariat ist also nicht unbedingt der Königsweg zum erfolgreichen Journalisten. Wichtig ist vor allem, Inhalte und das nötige Handwerkszeug mitzubringen. Dabei spielt der sich zurzeit abspielende Medienwandel im Bereich Social Media eine große Rolle. Den Umgang mit diesem Gebiet sollte der Journalist von morgen unbedingt beherrschen. Doch sind die Öffentlich-Rechtlichen Sender in Social Media-Kanälen schon ausreichend präsent?  – Dies ist ebenfalls Diskussionsthema.

Ausprobieren in allen Häusern wieder angekommen.

Begriffe wie "Crossmedia" sind für alle Beteiligten neue Welten, aber auch neue Chancen. Dafür ist es wichtig, neue Formate auszuprobieren und sich neues Handwerkszeug anzueignen. Doch was bedeuten Trends wie "YouTube" letztendlich für die Ausbildung zum Journalisten? Soll man sich vollständig darauf einlassen oder weiterhin auch auf Print, Hörfunk und Fernsehen setzen? Wie findet man die Balance zwischen neuen Trends, Innovationen und der traditionellen journalistischen Recherchearbeit? – Müssen da letztendlich doch neue Wege gegangen werden? Dazu äußert sich Frank-Thomas Suppee (MDR, Leipzig) wie folgt: "Ein Blatt Papier und ein Stift – das sind die Waffen des Journalismus." Doch ein Medium ersetzt nicht den Inhalt; der Content zählt nach wie vor. Man muss "ein wenig am Leben geschnuppert haben; eine Haltung entwickelt haben", um den Qualitätsjournalismus zu halten, so Suppee. 

Ist jetzt also die Zeit des Ausprobierens?

Es tritt eine "völlig neue Form des Erzählens" auf. Dem muss man sich anpassen. Doch die Frage ist, ob sich der auszubildende Journalist anpassen muss, oder ob nicht erstmal die Ausbilder sich den neuen Trends anpassen müssen. Es werden neue Strukturen geschaffen, der Journalismus wandelt sich. Aber das kennt man doch bereits oder? Journalismus war schon immer dynamisch und hat sich gesellschaftlichen und technologischen Neuerungen anpassen müssen. Trotzdem ist es wichtig, zu hinterfragen und den Disput zu suchen, denn man muss "auch mal nachdenken und nicht immer dem Mainstream folgen." findet auch Marco Bertolaso von Deutschlandfunk.

Wie sieht der Zukunftsreporter aus? Was sollte er mitbringen? Wo kommt der journalistische Anspruch her? Das gibt es hier zum Nachhören:

Moderatorin Jessica Brautsch im Gespräch über die Zukunftsreporter
M19 0306 podiumsdiskussion
 

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Caroline Bernert
03.06.2015 - 19:30