Gespräche auf dem Roten Sofa

Wo ist Heimat im Krieg?

Ursula Ackrill – dieser Name tauchte, für viele überraschend, auf der Liste der Nominierten für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse auf. In ihrem Romandebüt "Zeiden, im Januar" geht es vor allem um eines: Wo ist Heimat im Krieg?
Ursula Ackrill bei mephisto 97.6 auf dem Roten Sofa.

"Zeiden, im Januar" war in diesem Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert. Es ist das Romandebüt der 40-jährigen gebürtigen Siebenbürgerin Ursula Ackrill, die inzwischen im englischen Nottingham lebt und ihr Geld dort als Bibliothekarin verdient. Vorher studierte sie Germanistik und Theologie in Bukarest, promovierte 2003 an der University of Leicester und erwarb 2005 einen Master in Informationsmanagement.

Sie machte ihre Heimat zum Schauplatz des Romans: Siebenbürgen im Winter 1941 – inmitten des Zweiten Weltkrieges. Der Krieg spaltet den Ort. Dass Hitler die vor langer Zeit ausgewanderten Deutschen "zurück ins Reich" holen will, entfacht in Siebenbürgen die alte Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit. Sollen sie sich mit den Nationalsozialisten solidarisieren oder sollen sie ihrer neuen Heimat Rumänien treu bleiben? Leontine Philippi schreibt an der Stadtchronik von Zeiden; das Manuskript hält sie unter Verschluss. Denn sogar einige ihrer engsten Freunde haben sich dem Nationalsozialismus angepasst.

Es entsteht ein Roman über einen weißen Fleck in der Geschichtsschreibung und das bekannte Thema Heimat. Es ist eine traurige Geschichte, erzählt in einer aufwendigen, mitreißenden und zugleich nachdenklich stimmenden Sprache.

 

mephisto 97.6-Redakteur Thilo Körting im Gespräch mit Ursula Ackrill auf dem Roten Sofa.
Ursula Ackrill
 

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