Sommerwetter

Wo bleibt die Sonne?

Niemand plantscht im Wasser und niemand entspannt auf der Liegewiese. Nichts ist los im Leipziger Schreberbad, denn die Sonne fehlt. Und das mitten im Juli.
Gähnende Leere im Leipziger Schreberbad

Ein wolkenverhangener Sommertag in Leipzig. Das Thermometer zeigt lediglich 18 Grad. Die meisten Leute in der Stadt sind mit Regenjacken und Schirmen bewaffnet, um sich vor den Regenschauern zu schützen. Die wenigsten kommen da auf die Idee, baden zu gehen. Doch geht bei dem Wetter tatsächlich niemand ins Freibad?

Eigentlich sind es doch ideale Bedingungen: Da keiner im Wasser ist, hat man viel Platz zum Schwimmen und auch auf der Liegewiese kann man sich nach Belieben ausbreiten. Doch die beiden Schwimmbecken sowie die Wiese des Leipziger Schreberbads am Stadthafen sind leer. Lediglich ein paar Frühschwimmer haben sich heute schon im Schwimmbad blicken lassen. Sie gehören zu den Stammgästen und lassen sich vom schlechten Wetter nicht abschrecken, erzählt Schwimmbadleiter Thomas Podeyn. Sein Arbeitstag und der seiner Kollegen sei trotzdem komplett gefüllt. Schließlich wollen auch die Hecken geschnitten, Bänke und Spielgeräte repariert und die Technik gewartet werden.

Kaffeekränzchen bei Regen

Aber kann das Freibad an einem verregneten Tag schon früher geschlossen werden? Laut der Webseite bleibt das Schwimmbad bei anhaltend schlechtem Wetter sowie bei Gewitter geschlossen. Martin Gräfe, Leiter des Bäderbetriebs der Leipziger Sportbäder, zu denen auch das Schreberbad gehört, erzählt, dass die Mitarbeiter vor Ort nach eigenem Ermessen darüber entscheiden können. Alternativ seien auch während der Freibadsaison noch zwei Hallenbäder geöffnet. Die Mitarbeiter des Schreberbads berichten aber, dass sie nur selten früher schließen, da sie die Stammgäste im Bad halten wollen. Nur bei Schnee würden sie sofort eine Ausnahme machen, scherzt eine Mitarbeiterin. Bei schlechtem Wetter wie heute versüße man sich im Bad den Tag mit reichlich selbst gebackenem Kuchen und Keksen.

Flaute für Kanus

Gegenüber vom Schreberbad im Kanuverleih am Stadthafen liegen noch viele Boote in ihren Regalen. Auch hier ist bei dem Wetter wenig los. Leo Bein, Mitarbeiter des Verleihs, hat heute neben ein paar Motorbooten erst zwei Paddelboote herausgegeben. Ansonsten habe er noch frisch angelieferten Sand auf den Grillplätzen verteilt, aber viel mehr sei heute nicht zu tun. Im letzten Jahr seien auch unter der Woche im Sommer alle Boote draußen gewesen, aber jetzt seien selbst an den Wochenenden noch Boote da. Man merke also schon sehr deutlich den Einfluss des Wetters auf die Besucherzahlen.

Was sagen die Besucherzahlen?

Martin Gräfe von den Sportbädern sieht jedoch kaum einen Rückkgang der Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Bislang seien circa 82.000 Besucher gekommen, im Vorjahr 85.000. Der vergangene August sei aber nochmal ein starker Monat gewesen. Trotz der aktuellen Schlechtwetterphase bleibt er trotzdem zuversichtlich, dass sein Ziel, die 120.000 Besuchermarke noch zu knacken, erreichbar ist. Für die kommenden Wochen wünscht er sich deshalbnoch ein paar ordentliche Sommertage.

Mehr zum Thema erfahren Sie in dem Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Ronja Binus:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Ronja Binus.
 

Rückkehr des Sommers?

Manuel Vogt vom Deutschen Wetterdienst erklärt, dass sich momentan ein Tiefdruckgebiet zentral über Mitteldeutschland befindet, das sich nicht von der Stelle bewege. Dadurch sei es sehr regnerisch und kühl. Aber mit Beginn der nächsten Woche wird das Tiefdruckgebiet seiner Einschätzung nach vorbeigezogen sein und der Sommer kommt mit Temperaturen über 30 Grad zurück. Dabei nehme aber auch die Gefahr von Starkregen und Gewittern wieder zu, warnt Vogt. Nach nur wenigen Tagen drohe dann erneut Dauerregen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Badegäste, Kanuten und natürlich alle anderen Sonnenanbeter trotzdem nicht davon abhalten lassen, den Sommer zu genießen!

Das ganze Gespräch zwischen Moderator Yannick Jürgens und dem Meteorologen Manuel Vogt können Sie auch nachhören:

Moderator Yannick Jürgens im Gespräch mit Manuel Vogt (DWD)
 

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Denise Dörries
25.07.2017 - 20:34