m19 mit dem Gewandhausorchester

"Wir verstehen uns als Global Player!"

Der Guardian nannte es „Electrifying“, der Independant „Uplifting“: das Gewandhausorchester. Zu Strauss' Geburtstag widmet es ihm einen neunteiligen Spiel-Zyklus. Wir sprechen mit drei Musikern über David Garrett, Steve Jobs und das richtige Atmen.
Gewandhausorchester mit Thomanerchor
Gewandhausorchester und Thomanerchor beim Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche.

Das Gewandhaus ist mit über 250 Jahren das älteste bürgerliche Sinfonieorchester der Welt. Über 200 Auftritte hat es jährlich in aller Welt und allein in Leipzig schon drei Spielstätten: als Konzertorchester des Gewandhauses, als Orchester der Oper Leipzig und als Ensemble, das zusammen mit dem Thomanerchor die wöchentlichen Kantaten gestaltet. Wie die Arbeit der Künstler hinter den Kulissen aussieht, haben uns drei Musiker verraten.

David Wedel mit seiner Violine
David Wedel mit seiner Violine

David Wedel wurde 1982 in Russland geboren und ist 1. Konzertmeister der 2. Violinen. Er studierte in Köln, Madrid, Wien und Berlin – empfindet das Spiel in Leipzig aber als etwas Besonderes: „Es ist ein unglaubliches Erlebnis, mit dem Orchester zu musizieren. Es kann sich auf jeden Dirigenten einstellen, das ist eine besondere Qualität. Und: jeder hier ist einfach ein genialer Musiker.“ Abseits dessen ist er außerdem Electro-Geiger von „Cellectric Violince“ und Teil des „Kernquartett“.

Wolfram Holl an der Pauke
Wolfram Holl an der Pauke

Wolfram Holl ist 1. Schlagzeuger im Gewandhausorchester und spielt dort seit September 2002. Auch für den gebürtigen Heidelberger ist dies nicht das einzige Engagement, er spielt außerdem im „Neuen Salonorchester Leipzig“. Doch das Gewandhaus hat für ihn einen besonderen Reiz: „Was um dich herum passiert, das stimmt einfach. Wir sind sehr gut aufgestellt und ein Ende ist nicht abzusehen.“

Jan Wessely mit seinem Horn
Jan Wessely mit seinem Horn

Jan Wessely ist 3. und stellvertretender 1. Hornist. Nach Ausbildung und Anstellungen in Köln, Berlin und Chemnitz kehrte der Schildauer 2001 nach Leipzig zurück, wo er bereits studiert hatte. „Neben dem tollen Niveau ist das Menschliche hier was ganz Besonderes. Neben dem ganzen Stress schafft das dann Ausgeglichenheit “. Abseits des Gewandhauses unterrichtet Jan Wessely Horn- und Kammermusikkurse.

 

m19 mit Musikern des Gewandhausorchesters
m19 mit Musikern des Gewandhausorchesters

 

 

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Christine Warnecke
11.06.2014 - 18:23
  Kultur

Kurze Geschichte des Orchesters

1743:

Gründung des Orchesters mit den „Großen Concerten“; zunächst spielt es in einem Gasthof

1781:

Das Orchester zieht ins Gewandhaus – ein umgebautes Zeughaus in der Universitätsstraße.

1884:

Eröffnung eines neuen Gewandhauses in der Beethovenstraße, da das Orchester stetig wächst

1916:

Erste Auslandstournee in die Schweiz

1944:

Das zweite Gewandhaus brennt, von Bomben des Zweiten Weltkriegs getroffen, vollständig aus.

1947:

Gewandhauskonzerte finden nun in der Kongresshalle am Zoo statt.

1981:

Eröffnung des neuen Gewandhauses am Augustusplatz unter Kurt Masur

2005:

Mit Riccardo Chailly tritt der 19. Gewandhauskapellmeister seinen Dienst an. Seine Vorgänger waren unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdy, Arthur Nikisch und Wilhelm Furtwängler.