Moscheebau in Gohlis

"Wir sind ja nicht in Kleinkleckersdorf"

Wie soll die geplante Moschee in Gohlis aussehen und wer ist die Ahmadiyya Muslim Gemeinde die dort einziehen möchte? Das wissen die Wenigsten. Der Imam der Gemeinde und der Leiter des Amts für Stadterneuerung in Leipzig haben Antworten.
Die Ahmadiyya-Moschee in Berlin war die erste in Ostdeutschland.

Es soll kein Prachtbau werden

Beim Amt für Stadterneuerung ist bisher eine Bauvoranfrage gestellt worden. Das bedeutet, der private Antragsteller - in diesem Fall die Ahmadiyya Muslim Gemeinde - hat sich bei der Stadt bisher informiert, ob auf dem Grundstück in der Georg-Schumann-Straße die geplante Moschee gebaut werden kann. Auf diese Bauvoranfrage liegt der Gemeinde bisher noch kein Bescheid vor. Bei der geplanten Moschee soll es sich um eine Begegnungsstätte auf 180m² handeln. Diese soll komplett durch Spendengelder finanziert werden. Im Inneren der Moschee soll ein großer Gebetsraum für Männer (ca. 60 m²) und ein etwas kleinerer Gebetsraum für Frauen entstehen. Äußerlich soll sich die Moschee der umgebenden Bebauung anpassen. Das heißt auch, dass es zwar Zierminarette geben wird, diese jedoch nicht die umgebenden Häuser überragen. Außerdem wird es keine öffentlichen Rufe des Muezzins zum Gebet geben. Das endgültige Aussehen der Moschee soll durch einen Architekturwettbewerb ermittelt werden.

Die Ahmadiyya Gemeinde steht für die klare Trennung zwischen Staat und Religion

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde wurde 1889 in Indien gegründet. Es handelt sich hierbei um eine Reformgemeinde. Trotz ihrer friedlichen Interpretation des Islam werden ihre Anhänger in vielen muslimischen Ländern verfolgt. Mittlerweile hat sich die Gemeinde auf der ganzen Welt verteilt. Nach eigenen Angaben leben 30.000 Ahmadiyya in Deutschland. 70 von ihnen in Leipzig. Die meisten der Leipziger Gemeindemitglieder sind Asylbewerber aus Pakistan. Auch sie mussten wegen Anfeindungen gegen ihren Reformglauben fliehen und haben in Leipzig Zuflucht gesucht. Es ist eine Regel der Gemeinde, dass die Predigten immer erst auf Deutsch und dann auf Urdu, der Nationalsprache Pakistans, gehalten werden. Der Zuständige Imam der Gemeinde Arif Said Ahmed hofft allerdings, dass die Gemeindemitglieder bald so gut Deutsch sprechen können, dass eine Wiederholung der Predigt auf Urdu nicht mehr nötig sein wird.

Mit den Protesten wurde gerechnet

Die Moschee in Gohlis ist nicht die erste Begegnungsstätte der Ahmadiyya Gemeinde, die auf Protest stößt. Mit den Gegenstimmen wollen sie offen umgehen und versuchen, durch das Vermitteln von Kenntnissen über ihre Reformgemeinde, vermeintliche Ängste zu nehmen. Die Ahmadiyya Gemeinde will Teil eines friedlichen und lebendigen Viertels werden. Aus diesem Grund arbeitet sie eng mit der Stadt Leipzig zusammen, um die Bürger vorab über ihr Vorhaben zu informieren. Informationsabende sollen auch noch während der Bauphase und nach der Fertigstellung der Moschee stattfinden. Es soll Vertrauen zur Gemeinde aufgebaut werden.

 

Wer die Ahmadyyia-Gemeinde ist und was für den Moscheebau geplant ist erklärt mephisto 97.6-Redakteurin Lisa Vordermeier

 

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