Bildungsmonitor 2014

Wir sind die Besten!

Wie schon im vergangenen Jahr, erreicht Sachsen auch 2014 den ersten Platz in der Bildungsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Aber wie geht das mit dem viel diskutierten Lehrermangel und den Kürzungen an den Hochschulen zusammen?
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Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft weist vor allem die Schulqualität und die Förderungsstruktur in Sachsen als vorbildlich aus. Zudem verhindere das Land die Entstehung von Bildungsarmut, es verringert also zum Beispiel die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss.

Was macht Sachsen so gut?

Für Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur sind vor allem die festen und klaren Strukturen in den Schulen ausschlaggebend: Während in anderen Bundesländern immer wieder radikal und abrupt umstrukturiert wurde – in Baden-Württemberg zum Beispiel vom neunjährigen Gymnasium auf die achtjährige Variante – ist in Sachsen das Bildungssystem sanft, aber kontinuierlich weiterentwickelt worden.

Zudem sei der Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen durch die Bildungsempfehlung gut organisiert und strukturiert. Die Zusammenlegung von Real- und Hauptschule zur Oberschule habe sich bewährt – eine kleinteiligere Organisation sei gar nicht notwendig, so Roman Schulz.

Und trotzdem: Mangel

Allerdings sieht sich auch das sächsische Bildungssystem einigen Herausforderungen gegenüber; zu diesem Schluss kommt auch die Studie des IW. Die Studie sieht vor allem dort Nachholbedarf, wo es um die Effektivität der eingesetzten Mittel und die Eingliederung ausländischer Schüler geht. Roman Schulz stimmt dem zu, sieht aber im anstehenden Generationenwechsel die Hauptschwierigkeit: In den kommenden zehn Jahren werden nahezu drei viertel der Lehrer in den Ruhestand gehen.

Wichtig sei hier vor allem, dass die nachkommenden jungen Lehrer nicht nur in den Großstädten wie Leipzig oder Dresden bleiben – das Land müsse diese Nachfolger auch aufs Land ziehen, die Sächsische Bildungsagentur habe immerhin einen Versorgungsauftrag für das ganze Land, betont Roman Schulz. Es ginge zudem hauptsächlich darum, das „bestehende solide Fundament“ zu erhalten. Denkbar seien für die kommenden Jahre auch Quereinsteigerprogramme, um den Lehrermangel abzufangen.

Lage in Leipzig eher durchschnittlich

Die Studie des IW bietet zwar keine aufgeschlüsselten Zahlen für die einzelnen Ballungsräume in Leipzig – und doch sieht Roman Schulz die Lage in Leipzig positiv: Mit einem Abiturientenschnitt von 2,4 liege die Messestadt im sachsenweiten Durchschnitt. Und auch die Zahl der Stundenausfälle sei im letzten Schuljahr eher gering gewesen: Hier fallen zwischen drei und vier Prozent der Unterrichtsstunden aus.

 

Moderatorin Lily Meyer im Interview mit Roman Schulz von der Bildungsagentur in Leipzig.
Bildungsmonitor
 

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Der Bildungsmonitor wird jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlicht. Im aktuellen Report belegen Sachsen, Baden-Würrtemberg und Bayern die ersten drei Plätze.  Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Bildungssysteme in allen Bundesländern verbessert haben.

Roman Schulz arbeitet bei der Außenstelle Leipzig der Sächsischen Bildungsagentur und ist dort Pressesprecher. Er sieht die Situation der sächsischen Schulen insgesamt positiv.