Moscheebau in Gohlis

"Wir leben zusammen!"

Der Bau der Ahmadiyya-Moschee ist noch gar nicht offiziell beantragt, sorgt aber bereits für Unmut: Eine Bürgerinitiative und die NPD rufen zu Protesten gegen das Gebetshaus auf. Thomaspfarrer Christian Wolff dagegen, fordert mehr Respekt.
Sieht aus wie Normalität – eine Moschee in der Leipziger Skyline

Die Ahmadiyya-Moschee soll in der Georg-Schumann-Straße in Gohlis gebaut werden und Platz für etwa hundert Leute bieten. Teil des Baus sollen zwei zwölf Meter hohe Minarette sein, die jedoch lediglich dem Aussehen dienen und nicht begehbar sein werden. Auf einer Pressekonferenz der Stadt Leipzig bestätigte Dorothee Dubrau, die Voranfrage zum Bau der Moschee sei positiv bewertet worden und ein offizieller Bauantrag könne nun gestellt werden.

„Eine Selbstverständlichkeit“

Pfarrer Christian Wolff begrüßte im Interview mit mephisto 97.6 das Bauvorhaben der Ahmadiyya-Gemeinde als ein „gutes Zeichen“. Protestbewegungen wie die Facebook-Gruppe „Bürgerinitiative – Gohlis sagt Nein“ rührten ihm zufolge aus „Angst und Unkenntnis“ der Protestierenden. Es sei aber eine Selbstverständlichkeit, dass alle Leipziger Muslime auch die Gelegenheit haben, ihren Glauben leben zu können.

Dialog gegen Religionsphobie

Einen interkulturellen und interreligiösen Dialog zwischen allen Mitgliedern der Stadt zu organisieren, sei Aufgabe der Stadträte, so Wolff. Im Dialog mit den Bürgern sollten sie Bedenken und Vorurteile abbauen, denn letztendlich dürfer ein solcher Bau nicht mit Befindlichkeiten verhindert werden. Wolff fordert, die religiöse Vielfalt müsse auch im Leipziger Stadtbild sichtbar werden.

Moscheegegner planen Protestaktionen

Die „Bürgerinitiative – Gohlis sagt Nein“ macht mit der Unterüberschrift „Protest aus der Mitte des Volkes“ mit Flugblättern, einer Onlinepetition und Facebook-Gruppe gegen den Moscheebau mobil, die NPD hat eine Demonstration am 2. November beantragt. Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" hat zu Gegendemonstrationen an diesem Tag aufgerufen.

 

Thomaspfarrer Christian Wolff ruft im Interview zum respektvollen Umgang aller Teile der Gesellschaft auf

 

 

 

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