Themenwoche Subkulturen

Willkommen in der 'Raving Society'

Techno ist weit mehr als nur Musik: eine Subkultur – entstanden in verruchten Kellern und abgelegenen Häusern. Heute ist Techno, gerade bei der jungen Generation, ein ganz bestimmtes Lebensgefühl...
Nahaufnahme von einer Schallplatte
Der frühe Techno war oft noch auf Schallplatte zu hören

Schrille Neonfarben, schräge Outfits und die 90er Jahre schießen einem in den Kopf, wenn man an Techno denkt. Doch das war gestern. Heute wird die Szene vor allem von sphärischen Klängen, rhythmischen Beats und tanzenden Freigeistern angezogen. Länger und exzessiver. Lauter und härter. Die Technoszene ist zwar eine sehr junge Subkultur, hat aber schon viel Anklang gefunden, vor allem bei der jungen Generation. Unterschiedlichste Menschen vereint durch die Begeisterung für eine Musik. Wie auch bei Toni Nowak. Toni lebt zwar erst seit zwei Jahren in Leipzig, ist aber schon mit der hiesigen "Feierlandschaft" vertraut. Techno bedeutet für ihn weit mehr als nur Musik. Der Leipziger DJ und Veranstalter Georg Bigalke sieht das ähnlich:

Für mich ist Techno 'n Stück weit 'ne Flucht aus dem Alltag oder so 'ne Art Strand im Alltag, an dem man mal kurz die Beine hochlegen kann.

Kein Ende in Sicht…

Auf die Frage, ob und wie sich die Technoszene in den letzten Jahren verändert hat, sagte uns Georg, dass die Szene deutlich exzessiver geworden sei. Es sei kein Ende mehr in Sicht, Freitagabend ginge es los – open end…

Aber nicht nur das ist anders geworden. Einst angezogen von einer verruchten, dunklen Szene im Underground, müssen sich Technoliebhaber nun auf eine breiter gefächerte Feiergemeinschaft einstellen. Dass Techno schon lange nicht mehr Underground ist, verrät Georg. Andererseits ist das vielleicht auch nichts Negatives, denn vermutlich findet die Szene gerade dadurch mehr Anklang.

Kontrovers diskutiert wird auch die Frage der Kommerzialisierung von Techno, so Toni Nowak:

Das ist so dieser ganz typische Kreislauf der Kommerzialisierung. Irgendwas kommt raus, wird von allen gefeiert, und irgendwann sind das dann halt zu viele, die das feiern und das läuft auch im Radio. Und dann denkt man sich so: 'Okay, ich müsste mich davon distanzieren, sonst bin ich nicht mehr exklusiv genug'.

Georg sieht die Kommerzialisierung durchaus auch als Chance, da sie die Gelegenheit für die Entstehung weiterer Subgenres bietet, welche einem die Flucht aus der Kommerzialisierung ermöglichen.

Sex, Drugs & Techno!    

Drogen sind ein Thema in der Technoszene. Die durchaus vorhandene Drogenaffinität deckt sich mit dem losgelösten Handeln, welches von der Musik hervorgerufen wird. Trotzdem sind Drogen kein Muss. Georg kennt die Szene. Für ihn sind Drogen nicht wichtig. Sie gehören für ihn mit dazu und das solle man tolerieren, solange es niemanden in seiner Freiheit beschränkt.

Hochburgen der Technoszene: Was hat Leipzig zu bieten?

Die Technoszene erlebte seit den 90er Jahren immer wieder Höhen und Tiefen. Leipzig entwickelte sich, neben Frankfurt und Berlin, zu einer der deutschen Technohochburgen. Hier finden vor allem Anhänger der Hardtechszene eine große Auswahl an Locations. Leipzig ist und bleibt eine aufstrebende Technostadt mit einem offenen Ohr für noch unbekannte Klänge und lässt Raum für musikalische Entwicklung. 

Unsere Reporterinnen Lina Rau und Lucie Werndl haben mit dem Studenten Toni Nowak und dem Leipziger DJ Georg Bigalke gesprochen.
 
 

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