Moderne Kunst

Willkommen in der GfZK

Bis zum 31. Januar 2022 öffnet die GfZK ihre Ausstellung „Vom Haben und Teilen“ und beschäftigt sich interaktiv mit Fragen zu Ursprung, Besitz und Eigentum von Kunst. Doch was genau steckt eigentlich hinter der GfZK?
moderne Kunst
Die Villa Herfurth, heute Heimat der GfZK

Leipziger Kunstliebhaber:innen ist die Galerie für Zeitgenössische Kunst ein selbstverständlicher Bestandteil der Kulturszene. Tatsächlich aber war die Galerie das damals erste ostdeutsche Museum für moderne Kunst nach der Wiedervereinigung.

Ein Blick in die Vergangenheit

Das heutige Anwesen hätte sich womöglich nicht einmal der ostdeutsche Kunstwissenschaftler Klaus Werner erträumt, der sich bereits in der DDR für die Idee einsetzte. Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, ein Förderkreis des Bundesverbands der deutschen Industrie nahm seine Vision zwar auf, konnte aber auf Grund politischer Gegebenheiten vorerst nur wenig Unterstützung anbieten.

Mit der Wende ergab sich auch für das Anliegen ein plötzlicher Wandel: Arend Oetker, Mitglied im Kulturkreis der deutschen  Wirtschaft rief gemeinsam mit Ideengeber Klaus Werner den Förderkreis der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst e.V. ins Leben. Diese Gründung kann wohl als immaterielle Grundsteinlegung der GfZK bezeichnet werden.

Zunächst war ein eigenständiges Museum allerdings immer noch lediglich eine Utopie. Stattdessen wurden Ausstellungen an verschiedenen Standorten in Leipzig realisiert. Es ist dem Kulturkreis zu verdanken, dass dem Traum von einer eigenständigen Galerie für moderne Kunst in Ostdeutschland Gewicht und Aufmerksamkeit verliehen wurde. Die politische Reichweite des Kreises ermöglichte die Restauration der Villa Herfurth im Jahr 1998 und die Eröffnung des bis dato ersten Museums für moderne Kunst in Ostdeutschland. Die Zielsetzung blieb bestehen:

Lokale Themen mit globalen Entwicklungen in Zusammenhang zu bringen.

Homepage der GfZK

Eine Installation von Till Exit, die den Besucher und die Besucherin als erstes erwartet, bringt das Ziel der GfZK wohl besonders auf den Punkt: Der Künstler hat in einem stillgelegten Schlachtbetrieb in Leipzig die Vorrichtungen der Arbeiter:innen entdeckt, mit denen diese ihre Arbeitskleidung und andere Dinge an Seilzügen platzsparend unter der Decke befestigten. Heute steht das Konstrukt in der GfZK, der Künstler hat die Arbeitskleidung durch leere Papierhüllen ersetzt - ein beeindruckender Anblick.

 

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Till Exit in der GfZK, Foto: Yannik Beierlein

Doch die Villa südwestlich des Stadtzentrums läd nicht nur zum Betrachten von Kunst ab 1945 ein. Auf dem Gelände befindet sich heute auch ein Café, ein Hotel, eine Bibliothek und eine Musikschule.

Beatrice di Buduo verrät, warum die GfZK einen Besuch wert ist:

 

 

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Jan Arne Friedrich, Yannik Beierlein
31.03.2021 - 15:34
  Kultur

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