Diskussion um Bebauungsplan

Wilhelm-Leuschner-Platz neu denken

Gerade wurde von der Stadt beschlossen, den alten Bebauungsplan für den Wilhelm-Leuschner-Platz umzusetzen, schon gibt es die ersten Änderungsanträge. Das Netzwerk „Stadt für alle“ geht einen Schritt weiter. Es will die Diskussion neu beginnen.
Der Wilhelm-Leuschner-Platz soll neu bebaut werden

Das Netzwerk „Stadt für alle“ fordert eine neue Diskussion um den Bebauungsplan des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Im Interview mit mephisto 97.6 sagte Sprecher Roman Grabolle: „Die Bürgerbeteiligung, die es da gab, die war vor fünf Jahren. In diesen fünf Jahren sind mindestens 50.000 Menschen neu nach Leipzig gezogen. Ich glaube, die Stadt steht momentan unter ganz anderen Voraussetzungen und anderen Aufgaben als vor fünf Jahren“. Deswegen sei es wichtig, diese neuen Anforderungen der Bürger und der Stadt in den Plan mit einzubeziehen.

Marisa Becker über die Änderungswünsche an der Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platz
 

Dabei ginge es dem Netzwerk nicht um die Optik des Platzes, vielmehr müsse die aktuelle Diskussion um die Architektur um eine funktionelle und wohnungspolitische Komponente ergänzt werden, so Grabolle.

 

Das Netzwerk will wissen: Von welchen Gebäuden soll der Platz eingefasst werden und was für Wohnungstypen sollen dort entstehen? „Stadt für alle“ befürchtet, dass dort wegen der zentralen Lage zu viele hochpreisige Wohnungen entstehen sollen. Sie fordern, dass ein gewisser Teil in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand bleibt. Wie die Gewichtung dabei ist, sollte neu diskutiert werden.

 

"Es muss nicht alles auf Null gesetzt werden", so Roman Grabolle. In welchem Maße das Verfahren neu angefasst werden soll, müsse die Diskussion zeigen. Das Netzwerk "Stadt für alle" will die im Januar  in Gang bringen.

 

Kritik an der Größe des Platzes

 

Die Gestaltung des Platzes ist weiterhin Gegenstand von Kritik. Die Linken im Stadtrat haben einen Änderungsantrag für den Bebauungsplan eingereicht, in dem sie fordert, die ursprünglich für Veranstaltungen extra groß geplante Freifläche von 16.000 Quadratmetern um fast die Hälfte zu reduzieren, auf nur noch 9000 Quadratmeter. Das wäre immer noch genug Platz für Veranstaltungen, die Gestaltung käme dem ursprünglichen Königsplatz näher, die Stadtbibliothek würde aufgewertet werden und der östliche Teil des Areals bekäme eine kleinteiligere Struktur, so der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, William Grosser. Über die Änderungsanträge wird in der Leipziger Ratsversammlung abgestimmt.

 

Der Wilhem-Leuschner-Platz liegt seit vielen Jahren brach. Nachdem das Verfahren für den Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmal scheiterte, kann der Platz jetzt erst später neu gestaltet werden als ursprünglich geplant.

 

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