Rezension

Whiskey On The Rooks

Giant Rooks kommen nicht aus Berlin oder Hamburg - sondern aus Hamm in Westfalen. Das hört man ihnen überhaupt nicht an, denn auf ihrer "Times Are Bursting The Lines EP" machen die fünf Bubigesichter ziemlich erwachsenen Indie-Pop.
Giant Rooks
Giant Rooks

Es scheint wohl gerade einfach in Mode zu sein. Ein junger Mann gründet mit Freunden eine Band, macht den Mund auf, um zu singen und...Das kann doch nicht wahr sein. Diese Stimme! Klingt wie Zigaretten und Whiskey. Auch bei Giant Rooks muss man sich die Frage stellen, ob die fünf Jungs eigentlich überhaupt schon trinken dürfen. Aber keine Angst: Der Altersdurchschnitt der Band liegt bei 20 Jahren. Die "Times Are Bursting The Lines EP" ist dabei das erste Werk des Quintetts aus Hamm/Westfalen. So klingen die vier Songs der EP aber wahrlich nicht. Giant Rooks präsentieren lupenreinen Indie-Pop, der den perfekten Soundtrack für den nächsten Winter-Roadtrip bietet. Das E-Piano sorgt für verschneite Klangwelten und hie und da erklingt eine quirlige Geige. Damit erinnern Songs wie "Itchy Feet" zum Beispiel an isländische Pop-Bands wie Seabear. Von denen heben sich Giant Rooks dank der kräftigen Stimme von Sänger Frederik ab.

Generell wirkt es so, als hätten die 20-jährigen bereits ihren Sound gefunden. Die vier Songs sind alle um die fünf Minuten lang, bieten aber keineswegs Längen. Dafür sorgen immer wieder Überraschungselemente, wie zum Beispiel in "Smaland". Dort sorgt eine hektische Hi-Hat in der Strophe für einen ungewöhnlichen Moment. Dieser ist so schnell verflogen, wie er kam, bleibt aber im Ohr hängen.
Mit einer schönen Live-Session von "Chapels" beenden Giant Rooks ihre EP. Die Aufnahme zeigt, dass die Youngsters auch ohne große Studio-Produktion vor allem eins haben: Einen markanten Sound.

Giant Rooks EP rezensiert von Till Bärwaldt
Giant Rooks
 

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Giant Rooks: Time Are Bursting The Lines EP

Tracklist:

1. Itchy Feet
2. Smaland
3. Rituals
4. Chapels (Live Session)