Lehrermangel

Where have all the teachers gone?

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die Schüler freuen sich auf die wohl schönste Zeit des Jahres. Im Sächsischen Kultusministerium denkt man aber schon an die Zeit danach, schließlich fehlen noch immer dringend benötigte neue Lehrer.
Dringend gesucht: Lehrer!

Bereits im Februar hat das Ministerium mehr als 800 neue Lehrer in den Lehrdienst aufgenommen. Nun läuft eine zweite Einstellungsphase, an deren Ende das neue Schuljahr mit 1.400 neuen Lehrkräfte begonnen werden soll. Doch der Erfolg des größten Einstellungsprogramms für Lehrer in Sachsen seit 1990 steht auf der Kippe. Zwei Monate vor Beginn des kommenden Schuljahres sind lediglich rund 1.000 Bewerbungen ausgebildeter Lehrer eingegangen.

Große Unterschiede bei Schularten

Doch nicht nur die fehlenden Bewerbungen bereiten den Planern in Dresden zunehmend Sorgen. Auch die Verteilung der Bewerber auf die verschiedenen Schularten ist alles andere als optimal. Während an den Gymnasien sechs Bewerber auf eine offene Stelle kommen, gibt es für die 500 zu besetzenden Stellen an Grund- und Oberschulen nicht einmal genug Bewerber, um die Hälfte dieser Positionen besetzen zu können.

Lehrer können „Nein“ sagen

Ob die angenommenen Bewerber ihren Schuldienst dann aber tatsächlich an einer sächsischen Schule antreten werden, ist auch unklar. Denn nicht nur im Freistaat werden Lehrer gesucht. Viele angehende Lehrer hätten sich daher wohl auch in anderen Bundesländern beworben, sagt das sächsische Kultusministerium. Sollten diese dann auch Zusagen aus anderen Bundesländern erhalten und die angebotene Stelle in Sachsen ablehnen, würde sich die Zahl der Bewerber nochmals reduzieren.

„planmäßiger Unterrichtsausfall“

Sollten in den nächsten Wochen nicht doch noch zahlreiche Bewerbungen im Dresdner Kultusministerium eintreffen, werden sich die Schulen wohl erneut auf einen Lehrermangel im neuen Schuljahr einstellen müssen. Kurzfristige Ausfälle der Lehrkräfte wären dann kaum zu kompensieren. Die Folge wären „planmäßige Unterrichtsausfälle“, die zumindest an Schulen mit einer großen Lehrerschaft laut Kultusministerium flexibel gelöst werden könnten. Wenn zum Beispiel ein Physiklehrer für längere Zeit ausfällt, könnte zunächst der Mathematikunterricht vorgezogen werden. Kehrt der Physiklehrer wieder zurück, werden dann zunächst dessen ausgefallene Stunden vorgezogen.

mephisto 97.6 Redakteurin Marisa Becker mit den wichtigsten Informationen:

Moderatorin Lisa Tuttlies im Gespräch mit Marisa Becker.
1406 SG Lehrermangel
 

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Thomas Tasler
14.06.2017 - 19:24