Berufsschullehrer

Wer unterrichtet die Schüler?

Nach Angaben des Berufsschullehrerverbandes Sachsen gibt es einen Notstand an Lehrern an den Berufsschulen. Doch das sächsische Kultusministerium schätzt die Situation anders ein.
Berufsschule

Derzeit sind ungefähr 4000 Berufsschullehrer in Sachsen eingestellt. Das  Durchschnittsalter eines Lehrers liegt bei ungefähr 50 Jahren. Jährlich gehen 200 von ihnen in Rente: Es kommen jedoch nicht genügend junge Lehrer nach.

Ein Grund für den Mangel sei die zu geringe Zahl an Abiturienten, die sich für das Berufsschullehramt entscheiden. Vergangenes Jahr haben sich  112 Personen für den Studiengang entschieden, obwohl es 200 freie Plätze gegeben hätte, teilte das Kultusministerium mit. Zusätzlich sei nicht sicher, ob alle Studierende ihr Studium schaffen und ob sie in Sachsen bleiben würden. Ebenfalls gibt es viele angehende Studierende, die nicht wissen, dass man das Lehren an einer Berufsschule studieren kann.

Tatsächlich so dramatisch?

Auch wenn es definitiv einen Mangel bei Berufsschulen gebe, sei der Bedarf an anderen Schularten höher, meint Dirk Reelfs vom sächsischen Kultusministerium:

Also wenn man sich die Gesamtsituation vor Augen führt, dann haben wir eigentlich in fast allen Schularten einen erhöhten Lehrermangel. Das trifft nicht auf die Gymnasien zu. Der Mangel ist zum Teil auch bei den berufsbildenden Schulen vorhanden, aber nicht in dem Maße, wie es bei Oberschulen und Grundschulen der Fall ist.

Jedoch ist eines klar: Es gibt bestimmte Bereiche, bei denen es nicht genügend Bewerber gibt. So fehlen zum Beispiel Lehrer in der Elektro- und Informationstechnik sowie in der Metalltechnik.

Was wird unternommen?

Vor einigen Jahren begann das Kultusministerium eine Kampagne an Gymnasien, um für Berufsschullehrer zu werben. Darüber hinaus setzt das Kultusministerium nach eigenen Angaben auf Quereinsteiger. Jedoch besitzen diese nicht immer das nötige pädagogische Know-how. Das sieht vor allem der Lehrerverband als ein Problem an.

Vergangenes Jahr startete das Ministerium eine Maßnahme, die einen Umpfang von 214 Millionen Euro hat.

Mit diesem Maßnahmepaket ist die Attraktivität des Lehrerberufes erhöht worden. Es werden auch mehr Zulagen gezahlt für ältere Lehrkräfte, die dann nicht in die Rente gehen, aber die Verbeamtung gehört nicht dazu. Dafür gibt es in Sachsen derzeit keine politischen Mehrheiten.

Dirk Reelfs vom sächsischen Kultusministerium

Das liege momentan vor allem an der CDU, die sich in der Vergangenheit immer wieder öffentlich gegen eine Verbeamtung aussprach.

Den Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Thomas Tasler können Sie hier nachhören:

Ein Beitrag von Thomas Tasler
1807_SG_Thomas_Berufsschule

 

 

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