Forschungsfeld Biodiversität

Wenn der Wurm mit der Pflanze spricht

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich war am Freitag zu Besuch an der Leipziger Uni. Das Forschungsfeld Biodiversität war eines der Themen, mit denen er sich auseinandersetzte.
iDiv Forscher
Ministerpräsident Stanislaw Tillich besuchte am Freitag das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung.

Kurz vor Beginn des Wochenendes gab es an der Universität Leipzig hohen Besuch. Ministerpräsident Stanislaw Tillich war zu Gast bei dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Die iDiv-Wissenschaftler versuchten dabei, das nicht allzu geläufige Forschungsfeld Biodiversität mit einer Artenkarte zu veranschaulichen und während eines Laborgangs die verschiedenen Forschungsarbeiten des iDiv vorzustellen.

Das iDiv im Porträt

Das iDiv wird durch die drei kooperierenden Universitäten Leipzig, Jena und Halle-Wittenberg so wie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betrieben. 2012 wurde es durch einen Zusammenschluss aus elf verschiedenen Forschungseinrichtungen gegründet. An den iDiv Standorten in Leipzig, Jena und Halle arbeiten zusammen aktuell rund 280 Mitarbeiter aus über 30 Nationen. Die Forscher verfolgen mit ihrer Arbeit das Ziel, die wissenschaftliche Grundlage für den nachhaltigen Umgang mit der Biodiversität des Planeten zu erarbeiten.

Biodiversität erklärt

Biodiversität bedeutet in erster Linie biologische Vielfalt. Dabei wird die Verwandtschaft aller bekannten Gattungen an Tieren, Pflanzen, aber auch Pilzen und Bakterien näher betrachtet. Bei der Präsentation wurde diese Verwandtschaft auf einer eineinhalb mal drei Meter großen Leinwand verananschaulicht. Christian Wirth, geschäftsführender Direktor von iDiv, betonte dabei, dass der Menschheit derzeit nur grob zehn Prozent aller existierenden Arten bekannt seien.

Biodiversität ist in vier Forschungsgebiete aufgeteilt:

  • Biodiversitätsmuster: Wie groß ist die Artenvielfalt und wie entwickelt und verändert sie sich?
  • Biodiversitätsprozess: Wie entsteht Artenvielfalt und wie kann sie erhalten werden?
  • Biodiversitätsfunktion: Wie beeinflusst Biodiversität das Funktionieren des Ökosystems?
  • Biodiversität und Gesellschaft: Wie kann Biodiversität nachhaltig genutzt und geschützt werden?

Auf der einen Seite erbringe die Biodiversität laut Wirth immense Leistungen für den Menschen, andererseits sei der Mensch dafür verantwortlich, dass die Arten auf der Erde aktuell zehn Mal so schnell aussterben, als dies natürlicherweise der Fall wäre. Deshalb versuchen die Leipziger Forscher etwas dagegen zu tun.

Leinwand der iDiv

Ein Rundgang durch die Labore

Im Anschluss an die Präsentation wurde Tillich durch die verschiedenen Labore des iDiv geführt und konnte sich dort ein Bild von den Forschungsarbeiten machen. Unter anderem wurden Geräte gezeigt, mit denen erforscht wird, wie sich Kohlpflanzen gegen ihre Fressfeinde die Wurzelfliegen zur Wehr setzen. Auch wurden sogenannte Planarkosmen vorgestellt. Unterirdische Terrarien, mithilfe derer die Interaktion zwischen Regenwürmern und Pflanzen untersucht wird.

Mehr Informationen erhalten sie im Studiogespräch mit Redakteur Thomas Tasler und Moderatorin Lisa Tuttlies:

Ein Studiogespräch von Thomas Tasler
 
 

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Die Webpräsenz des iDiv.