Lehrermangel in Sachsen

Weiterhin keine Verbeamtungen für Lehrer

Nachwuchslehrer wollen nicht in Sachsen unterrichten. Ein Grund dafür: Im Freistaat werden Lehrer nicht verbeamtet. Der Lehrerverband sieht das als Ursache für die offenen Stellen. Dennoch sind Verbeamtungen für die CDU nicht die Lösung des Problems.
Weil es in Sachsen nach wie vor keine Verbeamtungen geben wird, könnten Lehrerschreibtische seltener werden

Bereits in diesem Jahr müssen 1000 neue Lehrstellen besetzt werden. In den kommenden Jahren steigt diese Zahl auf 1500 an. Die CDU sieht das noch nicht als Notstand, es gäbe genug junge Lehrer, um die Stellen zu besetzen. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass, um den Mangel an Personal auszugleichen, bereits in diesem Jahr viele Seiteneinsteiger eingesetzt werden. Das können beispielsweise Lehramtsstudenten, die das Studium vorzeitig abgebrochen haben, oder Naturwissenschaftler, die zwar das Fachwissen, aber keine pädagogische Ausbildung haben, sein. Der Sächsische Lehrerverband (SLV) kritisiert das. Die Seiteneinsteiger würden zwar die Lücken füllen, jedoch könnte so die Unterrichtsqualität nicht aufrechterhalten werden, meint Jens Weichelt, Vorstand vom SLV. Es müssten neue Motivationen für junge Lehrer geschaffen werden, damit diese in Sachsen bleiben oder noch besser: damit diese überhaupt nach Sachsen kommen.

Verbeamtungen könnten zu Ungerechtigkeiten führen

Die CDU sieht das zwar ähnlich, allerdings meint Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher der CDU, dass vor allem finanzielle Aufstockungen geplant werden müssen. Diese würden die Lehrer mehr motivieren als die Verbeamtung. Verbeamtungen könnten außerdem zu Ungerechtigkeiten im Lehrerzimmer führen. Jens Weichelt sieht dieses Problem auch. Trotzdem betont er, dass Sachsen in Zukunft nicht um die Verbeamtung herumkommen wird. In anderen Bundesländern würde auch verbeamtet werden, da sei es kein Wunder, dass diese für Bewerber eine attraktivere Option darstellen würden als Sachsen. 

Keine Verbeamtung trotz Lehrermangels in Sachsen – Elisabeth Leisker im Gespräch mit Moderatorin Conny Müller
 

 

 

Kommentare

Ich stimme Herrn Weichelt vollkommen darin zu, dass Sachsen mittel- bis langfristig um die Verbeamtung nicht herumkommen wird. Nämlich dann, wenn in ab 2017 die Alterspyramide endgültig umkippt und jährlich Lehrer in enormen Größenordnungen zu ersetzen sein werden. Ich glaube kaum, dass die engagierten Eltern in Dresden oder Leipzig es hinnehmen werden, wenn der neue "Grundschullehrer" gar keiner ist, sondern nur ein Seiteneinsteiger, der von Schriftspracherwerb und der Vermittlung von mathematischen Basiskompetenzen keinerlei Schimmer hat. Dann, lieber Herr Tillich, werden Sie mit Sicherheit auch Ihre Meinung drastisch ändern müssen!

Freundliche Grüße aus Radebeul

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Elisabeth Leisker
25.03.2014 - 21:20
  Wissen