Studium Gesellschaft

Weit weg während Corona

Das Corona-Semester war für viele Studierende eine große Belastung, doch wie ist das wenn man dazu noch weit weg von zuhause ist. Ausländische Studierende haben in der Corona-Pandemie viele organisatorische und psychische Hürden überwinden müssen.
Uni vom Augustusplatz aus
Uni vom Augustusplatz aus

Das Sommersemester der Uni Leipzig endet bald und auf viele Studierende kommt bald ein weiteres digitales Semester zu. Das Corona-Semester hat viele davon belastet. Gerade für die 4800 ausländischen Studierenden der Stadt Leipzig war das Semester sehr kompliziert.

Herausforderungen für ausländische Studierende

Zum einen gab es Probleme mit der Verlängerung von Visa, weil die Ämter geschlossen waren. Außerdem kam es noch zu finanziellen Problemen, denn Auslandsstudierende haben in der Regel keinen Anspruch auf BaföG oder ähnliche Unterstützungen. Dazu fielen auch Jobmöglichen z.B. in der Gastronomie oder bei Lieferdiensten weg und auch die finanzielle Unterstützung durch die Familie war oft nicht möglich, da diese meist aus stark betroffenen Gegenden kamen.

Dadurch, dass das Semester digital ablief, hatten die ausländischen Studierenden kaum Möglichkeiten, Anschluss zu finden und sich Unterstützung von anderen zu holen. Neben den coronabedingten Problemen kamen noch typische Herausforderungen hinzu. Yusuke, ein japanischer Student der hier in Leipzig seinen Master macht, vermisst zum Beispiel seine Muttersprache sehr. Er meint, er spricht zwar relativ gut Englisch, aber manchmal ist das einfach anstrengend. In der Isolation nutzt er jetzt seine Freizeit um japanische Musik zu hören oder Serien auf japanisch zu gucken. Manchmal telefoniert er auch mit Freunden. In Japan ist es gerade sehr beliebt im Videochat gemeinsam Alkohol zu trinken, doch wenn sie telefonieren und es in Japan abends ist, ist es in Deutschland noch mittag und er sitzt mit Wasser oder Kaffee da und fühlt sich etwas ausgeschlossen.

Austausch und Erasmus

Während Yusuke an der Uni Leipzig eingeschrieben ist, gibt es ja auch Auslandsstudierende die an Programmen wie einem Austausch oder an Erasmus teilnehmen. Diese Studierenden haben dann für gewöhnlich noch eine Heimatuni an der sie eingeschrieben sind. Während Corona wurden die meisten , die durch ein solches Programm im Ausland waren, von ihren Heimatunis zurückgerufen. Niamh, eine irische Erasmusstudentin sollte eigentlich im Winter- und Sommersemester in Leipzig studieren. Sie musste aber bereits im März nach Irland zurück, durfte aber von dort noch online an den Kursen der Uni Leipzig teilnehmen. Eine der Sachen, die ihrer Meinung nach zum Glück nicht schiefgegangen ist, ist dass sie noch die finanzielle Stütze vom Erasmusstipendium bekommen hat. Dies war nicht für alle ausländischen Studierenden der Fall.

Spendenaktion für ausländische Studierende

Während dieser schwierigen Zeit haben sich die Rektorin der Uni Leipzig und weitere Rektor*innen von staatlichen Hochschulen in Leipzig zusammengetan und die Spendenaktion für in Not geratene ausländische Studierende (SIS) ins Leben gerufen. Diese wird verwaltet von Verein Hilfe für ausländische Studierende in Leipzig e.V. . Die Spendenaktion hat bereits 88 ausländische Studierende finanziell unterstützt und man kann immernoch einen Antrag ausfüllen (und natürlich auch spenden).

 

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Adele Krüger
28.09.2020 - 13:49

Den Verein Hilfe für ausländische Studierende in Leipzig e.V. findet hier.