Kakkmaddafakka im Interview

"We are no Quitters"

Mit ihrem vierten Studioalbum "KMF" war die Band Kakkmaddafakka auch in Leipzig unterwegs. Warum die Jungs ihren Namen nie bereut haben und was ein Fisch mit Kakkmaddafakka-Konzerten zu tun hat, haben uns Axel und Sebastian im Interview verraten.
Kakkmaddafakka
Die Band um die Brüder uAxel und Pål Vindenes braucht ab und zu einen Regenschirm.

mephisto 97.6 Musik-Redakteurin Isabel Woop hat mit  Sänger Axel Vindenes und Keyboarder Sebastian Emin Kittelsen gesprochen:

Sänger Axel Vindenes und Keyboarder Sebastian Emin Kittelsen im Gespräch mit Musik-Redakteurin Isabel Woop.

Lars-Hendrik Setz

 

Offensichtlich ist in den letzten Jahren ja wahnsinnig viel passiert bei euch. Aber mir kommt es vor als wäre bisher keine Veränderung so groß gewesen, wie die, die ihr mit dem neuen Album geschaffen habt. Könnt ihr das an irgendwas festmachen?

Axel: Die größte Veränderung ist mit Sicherheit, dass Erlend Oye nicht mehr unser Produzent ist. Er war bei KMF trotzdem sehr involviert aber produziert haben mein Bruder Pish, der Gitarrist und ich zusammen mit einem Typen der ein Studio in Bergen hat. Aber bisher haben wir immer versucht RnB/Indie zu machen. Und jetzt - mit KMF - wollten wir einfach Kakkmaddafakka-Musik machen. Uns ein bisschen von uns selbst inspirieren lassen und unseren eigenen Kakkmaddafakka Sound finden.

Ich habe viele Rezensionen zu KMF gelesen und viele Leute kritisieren, eure Musik sei irgendwie zu simpel.

Axel: Ja, und sie haben irgendwie Recht. Aber das machen wir nicht ohne Grund. Wir mussten das zu diesem Zeitpunkt einfach so machen. Unsere Fans hätten kein Verständnis dafür, wenn wir jetzt mit einem experimentelleren Album ankommen würden. Einem das mehr künstlerisch ist. Dann würden sie sagen Wir wollen die alten Songs zurück. Wir mussten einfach Kakkmaddafakka - Musik machen.

Sebastian: Und es steht auch nicht immer diese zynische Idee dahinter. Unsere Songs entstehen einfach auf eine natürliche Art und Weise. Wir beobachten und schreiben Songs über unsere Freunde und das was sie tun.

Axel: Ja und das ist der Punkt!  Das machen wir und das rettet uns. Wir verstehen das Handwerk und alles aber wir wollen Songs machen die sich mit echtem Scheiß befassen. Die meisten machen das nicht. Die meisten Leute sind falsch und wir nicht. Wir schreiben Songs über Realness und damit können sich die Leute identifizieren. Deshalb ist Kakkmaddafakka erfolgreich.

Ihr sprecht immer von der Kakkmaddafakka-Musik und dem Kakkmaddafakka-Sound. Was bedeutet euer Name für euch? Und damit meine ich nicht die Bedeutung selbst sondern die Emotionen die ihr damit verbindet.

Axel: Der Name bedeutet uns sehr viel. Wir hatten viele Schwierigkeiten mit dem Namen, vor allem in Norwegen. Aber zur selben Zeit war das einfach unser erster und einziger Versuch. Wir sind keine Feiglinge. Egal wie bescheuert dieser Bandname ist. Wir werden immer nur stärker dadurch. Uns wird nie jemand aufhalten.

Also habt ihr den Namen nie bereut?

Axel: Oh nein. Ich bin so stolz darauf. Er ist jetzt Kunst. Wenn du dir den Namen aus einer künstlerischen Perspektive ansiehst – dann wirst du ziemlich beeindruckt sein. Stell dir vor du hast eine Band, die Kakkmaddafakka heißt. Wie weit würdet ihr kommen? Es ist echt nicht leicht, ich würde das nie wieder machen. Der Name ist wie ein Rucksack mit wahnsinnig vielen Steinen drin und du willst einen Berg hochklettern. Aber auf der anderen Seite hat uns der Name auch sehr geholfen. Ich erinnere mich, als wir uns für den Namen entschieden haben, war ich das erste Mal beim Roskilde. Und ich dachte wenn ich den Namen im Line Up lese würde ich auf jeden Fall zum Konzert gehen. Und ich glaube es gibt einige Menschen die so denken. Die einfach offen sind und finden, dass es ein cooler Name ist und deshalb auch zum Konzert gehen. Auf der anderen Seite sind wir Business-Leute und sehen, wie uns der Name in der Hinsicht schadet. Und wir denken nach zwölf Jahren sind wir zwar immer noch Kakkmaddafakka aber wir können uns auch KMF nennen ohne an Stolz zu verlieren. Denn es war immer eine Frage des Stolzes für uns. Der Welt zu zeigen, dass man uns nicht aufhalten kann. Und jetzt können wir uns selbst nicht mehr aufhalten. Wir machen das jetzt für den Rest unseres Lebens.

 

 

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Isabel Woop
28.04.2016 - 12:18
  Kultur

Kakkmaddafakka bei mephisto 97.6:
KMF, das vierte Studioalbum der Band klingt nach Fernweh und Sehnsucht. Eine ausführliche Rezension zur Platte gibt es hier.

Konzerte der Band sind ein echtes Erlebnis. Wer das letzte Kakkmaddafakka-Konzert verpasst hat oder sich noch mal erinnern möchte, kann unsere Eindrücke hier nachlesen.