Leipziger Wasserwerke

Wasserzähler brauchen Kennzeichnung

Die Leipziger Wasserwerke müssen dieses Jahr 14 000 Wasserzähler außer Plan austauschen. Grund hierfür ist eine fehlende Kennzeichnung auf den Geräten. Der Hersteller aus NRW hat die unrechtmäßigen Zähler an insgesamt 14 deutsche Versorger geliefert.
Wasserhahn

Insgesamt gibt es 78 000 Hauptwasserzähler in der Stadt. Diese erfassen den Verbrauch eines ganzen Gebäudes. Alle sechs Jahre müssen sie erneuert werden. Bei diesem turnusmäßigen Wechsel werden jährlich 13 000 Zähler ausgewechselt. Dieses Jahr kommen besagte 14 000 Zähler hinzu.

Fehlende Kennzeichnung

Der Grund: Den Zählern fehlt eine wichtige Kennzeichnung. Dadurch entsprechen sie nicht mehr der EU-Norm von 2015. Nach Angaben der Wasserwerke handele es sich dabei ausschließlich um einen formalen Fehler. Die Funktionstüchtigkeit sei nicht beeinträchtigt. Die nicht zulässigen Zähler wurden im Rahmen der turnusmäßigen Wechsel 2015 und 2016 eingebaut. Die fehlende Markierung fiel zunächst dem Eichamt Düsseldorf auf. Der Staatsbetrieb für Mess- und Eichwesen Sachsen forderte daraufhin den Rückruf bzw. das Ersetzen der Geräte.

Kosten

Der Ausbau und Ersatz der Zähler kostet nach Angaben der Wasserwerke rund eine Million Euro. Diese Summe würde das Unternehmen zunächst selbst tragen. Man wolle den Schaden aber vom Hersteller zurückfordern. Auf die Kunden kämen keine weiteren Kosten zu.

Der Eigentümerverband Haus& Grund rät Hausbesitzern dennoch, die betroffenen Rechnungen zu überprüfen. Man könne z.B. eine Befundprüfung über die Wasserwerke veranlassen. Zudem sei der Verband der Auffassung, dass der Kunde den Bereitstellungspreis für den betroffenen Zeitraum nicht zahlen müsse bzw. zurückverlangen könne. Der Bereitstellungspreis ist eine Pauschale, die jeder Eigentümer für die Nutzung des Zählers und der Rohrsysteme zahlt.

Einwandfreie Funktionalität

Diese Möglichkeit haben einige Kunden bereits wahrgenommen. 20 der 14 000 Zähler seien von der unabhängigen Prüfstelle einer einwandfreien Funktionalität bescheinigt worden. Dies gaben die Wasserwerke der Leipziger Volkszeitung bekannt. Dieser Befund wurde auch vom sächsischen Staatsbetrieb für Mess- und Eichwesen bestätigt:

Bis dahin (Anm.: zur Auswechslung) dürfen diese Zähler auch zu Abrechnungszwecken verwendet werden. Ursächlich für die Beanstandung sind nicht messtechnische Fehler, sondern formale. Die Trinkwasserkunden können deshalb davon ausgehen, dass Rechnungen von Wasserlieferungen aufgrund dieser Tatsache nicht zu beanstanden sind.

Eine Jahresaufgabe

Mal eben doppelt so viele Hauptwasserzähler auszuwechseln wie gewohnt, braucht Zeit. Der Aufwand wird sich daher über das ganze Jahr erstrecken. Betroffene Kunden erhalten zunächst ein Informationsschreiben, bevor es dann um die Terminfindung geht.

Hören Sie den Beitrag zum Thema von mephisto97.6 Redakteurin Raphaela Fietta: 

Raphaela Fietta über die falsche Bezeichnung einiger Wasserzähler
 
 

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Ronja Binus
13.06.2017 - 19:33