Neuer Brandschutzbedarfsplan

Was tun, wenn’s brennt?

Damit die Feuerwehr im Ernstfall schnell genug am Einsatzort sein und dann auch richtig helfen kann, braucht sie einiges an Ausrüstung und Planung. Geregelt wird das im sogenannten Brandschutzbedarfsplan. Leipzig bekommt jetzt einen Neuen.
Die Hauptfeuerwache in Leipzig
Sachsen fördert verstärkt den Brandschutz

Den ersten Brandschutzbedarfsplan hatte der Leipziger Stadtrat 2001 beschlossen. Der regelt im Sinn der sächsischen Gesetze, wie sich die örtlichen Brandschutzbehörden vorbereiten sollen.

Die örtlichen Brandschutzbehörden sind sachlich zuständig für die Aufstellung, Ausrüstung, Unterhaltung und den Einsatz einer den örtlichen Verhältnissen entsprechenden leistungsfähigen Feuerwehr nach einem Brandschutzbedarfsplan und die Ausstattung mit den erforderlichen Anlagen, Einrichtungen und Ausrüstungen.

§6 Sächsisches Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetz

Das bedeutet, die Feuerwehr muss gemeinsam mit der Stadt einen Plan aufstellen, der sich nach der Einwohnerzahl, der Größe der Stadt und den Gebäuden sowie deren Brandrisiko richtet.
Inhalte des Plans sind zum Beispiel die Löschwasserversorgung, die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren und deren Alarmierung sowie geplante Bauprojekte.
Damit dieser Plan immer auf dem neuesten Stand ist, muss er regelmäßig erneuert werden. In Leipzig passiert das jetzt zum dritten Mal. Diese Fortschreibung soll, wenn sie dann am 21. Juni im Stadtrat verabschiedet wurde, bis 2021 gültig sein.

Investitionen

Insgesamt sollen rund 48,7 Millionen Euro in die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr investiert werden. Die Stadt selbst wird davon 27,5 Millionen Euro aufbringen. Der restliche Betrag soll aus Fördermitteln vom Land Sachsen und dem Bund kommen.

Die Stadt Leipzig wächst und sie wird weiter wachsen. Und das ist die Grundlage, warum wir überprüfen müssen, mit wie viel Personal, Material wir an welchen Standorten in den nächsten Jahren vorhanden sein müssen, um letztendlich alle zu erreichen, die unsere Hilfe brauchen.

Peter Heitmann, Branddirektion Leipzig

Mit dem Geld sollen Baukonzepte fertiggestellt werden. Bis Mitte 2018 soll das Feuerwehrzentrum in der Gerhard-Ellrodt-Straße fertig werden. Außerdem soll die Hauptfeuerwache am Goerdelerring ab 2018 komplett saniert werden. Für die Freiwillige Feuerwehr Nordost sieht der Plan ein neues Gerätehaus vor.
Neben Bauinvestitionen sind im Bedarfsplan auch neue Löschfahrzeuge vorgesehen. 31 Löschfahrzeuge sollen ersetzt werden, 20 davon bekommt die Freiwillige Feuerwehr. Damit soll es auch weniger unterschiedliche Fahrzeuge geben, was die Reparatur und Wartung einfacher und kostengünstiger macht.

Rettungsdienst

Die Leipziger Berufsfeuerwehr ist nicht nur im Brandfall zuständig, sie fährt auch Einsätze im Rettungsdienst. Neu ist jetzt, dass der Brandschutzbedarfsplan auch die Investitionen dafür mit einschließt. Bis 2021 sieht der Bedarfsplan ein neues Notarzteinsatzfahrzeug, acht neue Rettungstransportwagen und einen Krankentransportwagen für stark übergewichtige Patienten vor.

Monitoring

Monitoring heißt „Überwachung“ – für die Feuerwehren bedeutet das die Überwachung und Analyse von Einsätzen. Das ist notwendig, um das sogenannte „Schutzziel“ zu erreichen. Das legt fest, wie schnell die Rettungsfahrzeuge nach dem Notruf am Einsatzort sein müssen. Für die Ersteinheit, die aus neun Einsatzkräften besteht, liegt das Schutzziel bei weniger als 10 Minuten; die Ergänzungseinheit mit neun weiteren Einsatzkräften und der Einsatzleitung hat fünf Minuten länger Zeit. In durchschnittlich 90 Prozent der Fälle erreicht die Leipziger Feuerwehr dieses Ziel.

mephisto 97.6 Redakteur Philipp Kurowski war vor Ort. Das Gespräch mit Moderatorin Birgit Raddatz können Sie hier nachhören:

Ein Beitrag von Philipp Kurowski.
1005 SG Brandschutz
 

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Raphaela Fietta
10.05.2017 - 18:59