CD der Woche

Was für eine süße Unordnung!

Mit seinem Debüt-Album entführt uns Dan Croll in neue musikalische Sphären und verzaubert unsere Zimmer in akustische Wunderwälder. Auch wenn es so superkitschig klingt: ganz falsch liegen wir damit nicht.
Das Gesicht passt eh besser zu Musik als zu Rugby: Dan Croll
Das Gesicht passt eh besser zu Musik als zu Rugby: Dan Croll

Dan Croll wollte eigentlich professioneller Rugby-Spieler für England werden. Über die Bein-Verletzung , die das verhindert hat, kann man sich fast freuen. Denn sonst hätte der inzwischen 24-jährige vielleicht nicht seiner musikalischen Ader nachgegeben und wäre jetzt kein „musikalisches Wunderkind“ der britischen Musikszene. Ist er jetzt aber.

Früher Türsteher – heute gefühlvoller Songwriter

Ob man sich als Türsteher eines Night-Clubs irgendwann nach mehr sehnt als nach betrunkenen Gästen und verschobenen Schlafrhythmen: Dan Croll hat den Schritt auf jeden Fall gewagt und ist nun mit Akustik-Gitarre und Elektro-Sounds unterwegs. Und das auf jeden Fall mit Erfolg. Als Abgänger der LIPA (Liverpool Institute for Performing Arts) und damit als eine Art „Schützling“ von Sir Paul McCartney (Ex-Beatle und LIPA-Mitbegründer) gehört Dan Croll schon jetzt zu meinem Liebling des Sommersoundtracks 2014. Während seines Studiums an der LIPA gewann er auch den "National Songwriter of the Year Award" der von dem "Musicians Benevolent Fund" vergeben wird. Also stehe ich absolut nicht alleine da mit meiner Begeisterung für diese Musik. Wechselhafter Gesang vermischt sich mit elektronischen Instrumental-Parts und damit löst sich Dan Croll von der Liverpooler Musikschiene:

„In Liverpool kann sich das schon so anfühlen, dass das Erbe der Beatles einen erdrückt, und deshalb versucht man dann halt, in eine andere Richtung zu gehen und über andere Leute zu reden“

Auch wenn ich die Beatles zu meinen Lieblingsbands zähle, bin ich derselben Meinung. Und über Dan Croll wird hoffentlich auch noch viel geredet werden. Songs wie „In / Out“ laden einfach dazu ein, wie ein kleines Kind durch Wiesen zu rennen, dabei hinzufallen und Wolkenbilder zu suchen.

From Nowhere into the Charts

Zumindest hat er es geschafft, dass man nun von ihm redet. Mit der ersten Single-Auskopplung „From Nowhere“ kam Dan wirklich wie „aus dem Nichts“ auf die musikalische Bildfläche und verzaubert auch mit dem Album „Sweet Disarray“ weiter. Er hat die Balance zwischen dem Organischen und dem Computergenerierten gefunden, das schätzen auch Kollegen aus der Branche. Er war zusammen mit Bastille und auch den Amerikanern von Imagine Dragons auf UK und Europa Tour, seine erste Solo-Tour steht dieses Jahr an. Und wenn man auf mehr steht, als auf dämliche Texte zu immer gleichen Synthie-Sounds, dann ist Dan Croll auf jeden Fall eine Lösung, denn:

„Ich will dafür sorgen, dass Musik, in der wirklich Leben steckt, die Geschichten erzählt, die ehrlich ist, endlich zum Mainstream wird […] Es geht mir um Musik, die wirklich von Herzen kommt, die etwas bedeutet, die mir etwas bedeutet – und hoffentlich auch den Zuhörern etwas bedeuten kann.“

Moderatorin Isabelle Klein im Gespräch mit Tabea Buckard zu Sweet Disarray von Dan Croll
SG CDdW zu Sweet Disarray von Dan Croll
 

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Tabea Buckard
21.07.2014 - 20:11
  Kultur

Dan Croll: Sweet Disarray

Tracklist:

01. From Nowhere
02. Thinkin Aboutchu
03. Wanna Know
04. In / Out
05. Compliment Your Soul
06. Only Ghost
07. Can You Hear Me
08. Sweet Disarray
09. Maway
10. Must Be Leaving
11. Always Like This
12. Home

Erscheinungsdatum: 18.07.2014
Universal

Dan Croll live:
25.10.2014 Hamburg, Molotow Exil
27.10.2014 Berlin, Privatclub
29.10.2014 Köln, Gebäude
30.10.2014 München, Hansa 39