Radio im Archiv

Was bleibt vom Radio?

Immer wieder möchten Hörer*innen wissen, was eigentlich mit den Sendungen, die hier gelaufen sind, passiert. Große Sender, wie der Deutschlandfunk, haben eine ganze Abteilung, die die Sendungen archiviert. Wie läuft das bei mephisto 97.6?
Archiv, Radio
Auch Radiosender haben eine Geschichte

Schon mal was von einem Radio-Archiv gehört?

Wo ist das Gedächtnis von mephisto? - ein Beitrag von Josephine Kanditt
271020_ Radio und Archiv   

Es gibt Stadt- und Staatsarchive, in denen wichtige Urkunden, Fotos und Dokumente, manchmal sogar Gegenstände der Vergangenheit systematisch aufbewahrt werden. Einen ähnlichen Ort gibt es auch für das Radio. Sogenannte Rundfunkarchive sammeln bedeutendes Tonmaterial. Sie liefern historische Quellen. Gleichzeitig erzählen diese Archive auch eine Geschichte des Rundfunks. Aber auch die öffentlich-rechtlichen Sender selbst sammeln ihre produzierten Beiträge und Sendungen.

 

Wissen weitergeben und in Erinnerungen schwelgen

Hier bei mephisto haben wir es ja mit einem Ausbildungsradio zu tun. Das bedeutet, dass der ständige Wandel Programm ist. Fluktuation ist an der Tagesordnung. Das Wissen darüber, wie Radio gemacht wird, geben unsere Redakteur*innen im Optimalfall von Generation zu Generation weiter. Wie kann so ein Beitrag überhaupt aussehen? Was gibt es für Formate? Radioanfänger*innen können zum Beispiel auf der Website von mephisto Inspiration finden.

Mephisto hat in diesem Jahr sein 25-Jähriges Bestehen gefeiert. Und in diesem Zeitraum hat sich eine Menge angesammelt. Wer erinnert sich denn noch an die erste Anmoderation vom 31.Mai 1995?

Doch nur um in Erinnerungen zu schwelgen, wäre ein Radio-Archiv zu viel Aufwand. Welche Gründe sprechen noch für eine Archivierung? Dafür habe ich mich bei einer der großen Rundfunkanstalten, dem Deutschlandradio, erkundigt Jule Dieterle arbeitet dort als wissenschaftliche Dokumentarin im Bereich „Archive und Dokumentation”: Und auch die Sendungen von mephisto 97.6 können eine  historische Quelle sein. Die Beiträge aus fünfundzwanzig Jahren erzählen etwas über Leipzig und seine Bevölkerung, aber natürlich auch über den Sender selbst.

Mittlerweile gibt es wenig Leute, die mit dem Namen mephisto nichts anfangen können (...), weil mephisto lokale Dinge immer versucht abzubilden, viellicht auch aus einer ganz bestimmten Perspektive, nämlich aus einer studentischen heraus.

Gloria Weimer, Chefredaktion von mephisto 97.6

Von der Vergänglichkeit im Netz 

Das Archiv von mephisto 97.6 ist nicht mit dem Archiv eines Deutschlandradios vergleichbar - es gibt keine eigene Abteilung, die sich der Archivierung widmet. Doch dafür werden die Redakteur*innen durch die angestrebte Wissensweitergabe manchmal selbst zum Archiv. Durch das Verlinken und Teilen auf Facebook, Twitter oder Instagram verlagert sich das mephisto-Archiv auch auf externe Anbieter*innen. Wie lange die Sendungen und Beiträge in den Weiten des World Wide Web verweilen dürfen, bleibt jedoch offen. Bald schon wird die mephisto-Website umziehen und erhält das neue Corporate Design der Uni Leipzig. Was mit den gespeicherten Beiträgen passiert, ist noch nicht ganz klar. Alle Inhalte ein zweites Mal hochzuladen, wäre ein großer technischer Aufwand. Vielleicht lassen sich andere Wege finden. Denn schließlich lebt mephisto von den Erfahrungen, die angehende Journalist*innen im Sender machen. Aber eben auch von den Produktionen, die daraus entstehen. Ein kurzer Blick in’s Sendungsarchiv und damit ins Gedächtnis von mephisto kann so erheiternd wie erhellend sein! Lust bekommen? Dann schaut doch mal rein in mephisto’s Audio-Schatzkammer!
 
 

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Josephine Kanditt
31.10.2020 - 19:08
  Kultur