Gespräche auf dem Roten Sofa

Von Tieren und Gebrechen in der Provinz

Für ihr Debüt „Elefanten treffen“ bleibt Kristina Schilke im bekannten Gefilde ihrer Jugend, dem bayrischen Wald. Sie erzählt ineinandergreifende Geschichten, wie Gebrechen den Menschen verändern und wie der kleine Ort Waldesreuth dennoch weiterlebt.
Interview mit Kristina Schicke
Kristina Schilke

Das Leben der Menschen in Waldesreuth, einem fiktiven Ort im bayrischen Wald, ist von Krankheiten, Unfällen und der Angst davor bestimmt. In lose ineinandergreifenden Erzählungen erzählt Kristina Schilke ihre Geschichten. Zum Beispiel über eine Frau, die sich vor Krebs fürchtet, einem Mann, der seine kranke Mutter pflegen muss, einem psychotischen Teenager, einer Schwangeren, die ihr Kind zu verlieren droht und einem Mann, der beim Torjubel sein Gesicht verliert.

Mit anderen Wort: Es sind große Themen, die Kristina Schilke in ihrem Debüt anpackt und die leicht zu einer deprimierenden Lektüre hätten verkommen können. Doch die Autorin schreibt mit einer gewissen Leichtigkeit und den scharfen Beobachtungen, in denen man sich nur zu leicht wiederfinden kann. Selbst über die deprimierenden Themen hinweg hält sie diesen Schreibstil bei, sodass diese Erzählungen alles andere als schwer sind. Viel mehr sind sie leichte Kost für zwischendurch, die sich unbeschwert wegliest.

Im Interview war sie sehr erstaunt, dass es einen Ort gibt, der ihrem fiktiven Waldesreuth in den Erzählungen tatsächlich sehr nahe kommt. Sie hat in keinster Weise recherchiert, sondern einfach einen Ort finden wollen, den es im bayrischen Wald nicht gibt.  

 

Kristina Schilke im Interview mit Michael Buchweitz

 

 

 

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Kristina Schilke wurde 1986 in Tscheljabinsk, einer Stadt in Russland geboren. Als sie acht Jahre alt war, wanderte sie mit ihrer Familie nach Grafenau im bayrischen Wald aus – in dieser Region spielt auch ihr Debüt „Elefantentreffen“. Sie studierte an Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Danach schrieb sie für vielfältige Abnehmer: unter anderen für die Popkulturzeitschrift „Spex“ und das Filmmagazin „Schnitt“. Außerdem arbeitete sie als Junior-Storylinerin für „Verbotene Liebe“ und Forschungsassistentin am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Mittlerweile ist sie beim Mitteldeutschen Rundfunk.