Ein Logistikpark mit Tücken

Von Mopsfledermäusen und Neuntötern

Wenn ein großes Bauprojekt in Leipzig ansteht, muss ein Bebauungsplan erstellt werden, dann gibt es einen Abwägungsprozess mit Betroffenen, und wenn dann alle zufrieden sind… dann könnte bald ein Logistikpark in Stahmeln entstehen.
Der Ökolöwe meldet Bedenken an möglichen Bebauungsplänen
Der Ökolöwe meldet Bedenken an möglichen Bebauungsplänen

In Leipzig Stahmeln fühlen sich Rauchschwalben und Feldlerchen genauso wohl wie Großinvestoren. Neben idealen logistischen Bedingungen gibt es reichlich Grün für Tiere verschiedenster Arten. Momentan prüft die Stadt, ob dort ein Gewerbegebiet entstehen kann. Offenbar gibt es Pläne für ein Logistikzentrum in Flughafennähe, was beim Leipziger Umweltbund Ökolöwen auf Zweifel stößt. Kristina Dietrich vom Umweltverein erklärt:

„Es ist einfach so, dass Leipzig ein Standort ist, der wirtschaftlich entwickelt werden soll, unsere Sorge dabei ist einfach, dass dort die Natur ein bisschen unter die Räder kommt, weil sie permanent weggewogen wird, zugunsten der Ansiedlung von Investoren.“

Der Charme des Leipziger Nordens

Konkret gehe es um Vertriebshallen auf 56 Hektar, die mehrere geschützte Tierarten bedrohen, so der Ökolöwe. Dem Artenschutz stehen viele potenzielle neue Arbeitsplätze im Leipziger Norden gegenüber. Diese würde die Ansiedlung eines solchen Großunternehmens mit sich bringen, auch wenn momentan noch geprüft werden muss, ob man die Fläche gewerblich nutzen kann. Die Stadt konnte sich bezüglich der wirtschaftlichen und ökologischen Lage heute noch nicht äußern. Nach Ansicht des Ökolöwen müsste die Stadt zum Ausgleich andere Flächen entsiegeln. Das bedeutet, bebaute Flächen müssten wieder für Pflanzen- und Tierarten nutzbar gemacht werden.

Ausschlaggebend sind für die Umweltschützer die Bedenken, dass die ausgleichenden Maßnahmen der Stadt nicht ausreichend sein könnten, so Kristina Dietrich.

„ Unser Wunsch ist, dass es, wie auch in anderen Städten Deutschlands, einen Kompensationsflächenpool gibt. Und es wäre zum Beispiel möglich die Seen im Südraum […] ein bisschen zu entwickeln […]. Das ist alles Zukunftsmusik, aber das sind Möglichkeiten zu steuern, wenn man Industrie ansiedeln möchte.“

Eine schriftliche Stellungnahme der Stadt lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor.

Ein Beitrag von Lucas Wija zum Logistikpark.
Logistikpark

 

 

Kommentieren

Lucas Wija
12.09.2014 - 19:29