Subkultur Straßenmuik

Von Kalinka bis Blues ist alles dabei!

Auch wenn es manchmal so scheint, als säße an jeder Ecke ein Kalinka-klimpernder Akkordeonspieler – Leipzigs Straßenmusikszene hat ziemlich viel zu bieten. Der Musiker Dave Copley zum Beipsiel präsentiert hier Blues, Country und Folk aus den USA.
Dave Copley spielt Straßenmusik
Dave Copley spielt seinen Song "What can I do"

Leipzig – das Paradies für Straßenmusiker?

Besonders in Zeiten, in denen teilweise strenge Regeln für Straßenkunst gelten, wirkt Leipzig wie eine Oase inmitten von Paragraphen und Bestimmungen. Während man sich in Dresden erst beim Amt um einen der heiß begehrten Plätze der Straßenmusiker bewerben und Gebühren zahlen muss, kann in Leipzig zu Beginn jeder eine halbe Stunde am Ort seiner Wahl singen, tanzen oder anderweitig den Alltag der Passanten aufheitern. Erst wenn diese Zeit abgelaufen ist, muss man den Standort wechseln. Und solange keine Beschwerden von den Anwohnern beim Ordnungsamt eingehen, erachtet man auch dort das Aufrechterhalten der „Subkultur Straßenmusik“ als wichtig. Immerhin ist das Auftreten von Künstlern auf öffentlichen Plätzen und Straßen eine der ältesten Traditionen der Welt.

Menschen, Musik, Miteinander

Dave Copley, der unter anderem in dem Film Cheyenne – This Must Be The Place von Paolo Sorrentino dem Schauspieler Sean Penn für einen Song seine Stimme leiht, hält die Tradition der Straßenmusik aufrecht. Er war schon viel unterwegs in Europa – Barcelona, Neapel und Leipzig sind nur einige seiner Stationen. Überall lernt er die verschiedensten Menschen kennen, an jedem Ort sammelt er neue Erfahrungen. In Leipzig gab es bis Ende Oktober auch die Möglichkeit für Straßenmusiker, sich über diese Erfahrungen bei einem gemeinsamen musikalischen Abend auszutauschen, wie auch für Musikliebhaber, den Songs und Geschichten der Interpreten zu lauschen. „Songwriters In Town“ nannte sich das im Café Könnteman wöchentlich stattfindende Konzert, zu dem neu zugereiste genau wie alteingesessene Straßenmusiker eingeladen waren, ihre Lieder auch einmal auf einer „richtigen“ Bühne und unter einem Dach anstatt unter freiem Himmel dem Publikum zu präsentieren. Sowohl Organisatoren als auch Mitwirkende und Fans hoffen auf eine Fortsetzung des Projektes im nächsten Jahr.
Bis dahin muss man wohl weiterhin mit offenen Ohren durch die Innenstadt laufen und dort die vielfältige Musik genießen.

 

mephisto 97.6-Reporterin Frauke Gliemann über die Straßenmusiker in Leipzig
Straßenmusiker
 

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