Nationale Kohorte

Volkskrankheiten unter der Lupe

Steigert ein hohes Einkommen das Risiko auf einen Herzinfarkt? Und wie sehr bestimmen unsere Gene die Anfälligkeit für Krankheiten? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die größte deutsche Gesundheitsstudie – und das jetzt auch in Leipzig.
Was krank macht und wie es behandelt werden kann, damit beschäftigt sich die Nationale Kohorte.

Die Nationale Kohorte ist nicht etwa eine Kampftruppe der Bundeswehr, sondern ein Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen. Zusammen mit der Helmholtz-Gemeinschaft und einigen Universitäten beschäftigt sich die Leibniz-Gemeinschaft mit Volkskrankheiten und wirksamer Vorbeugung.

Worum genau geht es?

Zu den Volkskrankheiten gehören zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs, aber auch Demenzerkrankungen und Infektionskrankheiten. In der Studie sollen Risikofaktoren ausgemacht und Früherkennungsmethoden entwickelt werden. Dabei geht es auch um den Zusammenhang von sozioökonomischen Faktoren wie Einkommen oder Lebensstil.

Wer liefert die Daten?

In der Studie werden über 200.000 Menschen im Alter von 20-69 Jahren aus ganz Deutschland medizinisch untersucht. Sie werden nach ihren Lebensgewohnheiten befragt: Wie oft machen sie Sport? Rauchen sie? Was arbeiten sie? Aber die Teilnehmer werden nicht nur befragt: Ihnen werden auch Blutproben entnommen. Diese werden in einer zentralen Datenbank aufbewahrt.

Nach fünf Jahren werden alle Teilnehmer erneut zu einer Untersuchung und einer zweiten Befragung eingeladen. Doch die Studie ist sogar noch größer angelegt: Die Teilnehmer werden 10 bis 20 Jahre lang beobachtet – da in dieser Zeit normalerweise bei manchen Probanden Erkrankungen auftreten, können diese dann in Verbindung mit den bereits erhobenen Daten gebracht werden. Idealerweise sollen die Studienteilnehmer ihr ganzes Leben lang begleitet werden.

Jetzt auch in Leipzig

Deutschlandweit hat die Nationale Kohorte bereits 2009 angefangen. An der Universität Leipzig wurde nun heute das neue Forschungszentrum der Nationalen Kohorte eröffnet. Hier werden in den kommenden Jahren 10.000 Leipziger untersucht. Die Messestadt ist jetzt einer von bundesweit 18 Studienstandorten – wenn auch nur als Außenstelle des Standortes Halle. Die Daten für die Studienteilnehmer erhält das Forschungszentrum zum Beispiel vom Einwohnermeldeamt, die Bürger erhalten dann eine Einladung.

In Leipzig ist vor allem der umgehende Bergbau sehr interessant für die Studie, denn hier können Umwelteinflüsse untersucht werden, die es so anderswo in der Republik nicht gibt. Die ersten Ergebnisse werden 2018 erwartet.

 

mephisto 97.6 - Redakteurin Anna Vogel im Gespräch mit Moderator Mike Herbstreuth über die Nationale Kohorte.
Nationale Kohorte
 

Kommentieren

Verena Ritter
15.08.2014 - 14:04
  Wissen

Nationale Kohorte: Forschungsstandort Leipzig im LIFE Zentrum für Zivilisationserkrankungen

Mehr Informationen zur Studie an sich finden Sie unter www.nationale-kohorte.de