Kampf gegen AIDS

Vielversprechender Durchbruch in Dresden

Seit über dreißig Jahren versuchen Forscher die Verbreitung von HIV zu stoppen. Die Übertragung lässt sich verhindern, die Vermehrung des Virus im Körper eindämmen. Dresdner Wissenschaftler arbeiten an einer neuen Methode - zur vollständigen Heilung.
Die rote Schleife ist zum Symbol für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit geworden.
Die neue Kampagne "Liebesleben" will ihren Blick nicht auf HIV beschränken.

Das für die Immunschwäche AIDS verantwortliche Humane Immundefizienz-Virus, kurz HIV, hat eine perfide Überlebensstrategie entwickelt: Nach der Infektion des Wirtes überträgt es seine Erbgutinformationen in die der befallenen Zellen. Der Körper müsste also seine eigenen Erbanlagen angreifen, um sich gegen HIV zu wehren.

Genau das will Frank Buchholz von der TU Dresden möglich machen. Zusammen mit Kollegen des Hamburger Heinrich-Pette-Instituts hat er eine Art Schere entwickelt, mit der sich das HI-Virus aus dem Erbgut der Zelle entfernen lässt. Moderatorin Anna Vogel hat mit ihm über das Verfahren und über mögliche Heilungschancen gesprochen:  

Frank Buchholz im Gespräch mit Anna Vogel.
 

Methode mit Heilungschancen 

Das gezielte Entfernen des HI-Virus macht eine neue Art der AIDS-Therapie möglich. Nach dem Heraustrennen des körperfremden Erbgutes fügt das als Schere zweckentfremdete Enzym die Enden des Erbgutstranges wieder zusammen :

Es geht um bestimmte Enzyme, die in der Natur Sequenzen im Genom erkennen und dann dort schneiden. Wir haben diese natürlich vorkommenden Enzyme umtrainiert, sozusagen. Wir haben dieses Enzym dazu gebracht, Sequenzen zu erkennen, die es im HIV-Genom gibt.

Frank Buchholz, Molekularbiologe TU Dresden

Bisher haben der Dresdner Frank Bucholz und sein Hamburger Kollege Joachim Hauber des Verfahren an einzelnen Zellen und Mäusen getestet. Jetzt müsse sich die Methode am Menschen beweisen. Bis dahin kann es aber noch mehrere Jahre dauern: Wenn die Finanzierung für klinische Studien stehe, werde erst einmal mehrere Jahre am Menschen getestet. Dann erst entscheidet sich, wie und in welchen Ausmaßen die Methode angewendert werden kann.

Die Ergebnisse der Dresdner Wissenschaftler könnten nach der Testphase zur Hoffnung für unzählige AIDS-Patienten weltweit werden. mephisto 97.6-Redakteur Marc Zimmer mit weiteren Einzelheiten und einer Einschätzung von Holger Wicht, Pressesprecher der deutschen AIDS-Hilfe: 

Marc Zimmer zum Durchbruch in der AIDS-Forschung.
 
 

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Paul Hildebrand
23.02.2016 - 11:22
  Wissen

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