Konzertbericht

Vielen Dank für die Blumen

Roman Geike momentan besser bekannt als Romano war mit seiner „Klaps auf den Po“-Tour im Neuen Schauspiel in Leipzig zu Gast. Wir haben das Konzert besucht und schildern unsere Eindrücke.
Romano im Schauspiel Leipzig.
Romano im Schauspiel Leipzig.

Erwartungen

Romano sorgt in der Hip-Hop-Szene derzeit für viel Gesprächsstoff. Die zahlreichen Plakate in der Stadt zeigen ihn mit einem zielstrebigen Blick und kleiner Träne auf der Wange. Mit zwei geflochtenen Zöpfen auf beiden Schultern grenzt er sich rein äußerlich von anderen Rappern ab. Jedoch bringt er auch musikalisch eine bisher selten gehörte Kombination aus Hip-Hop und Schlager auf den Markt. Wie diese Mischung nun genau umgesetzt wird, war uns nicht klar. Allerdings haben wir uns auf eine wilde Show eingestellt.

Erster Eindruck

Bevor Romano sich blicken lässt, versucht DJane Yo-C das Publikum mit Old-School Hip-Hop aufzulockern. Dennoch halten die meisten Besucher zunächst einen verhaltenen Abstand zur Bühne. Gesprächsthemen vor dem Konzert sind die von zuhause mitgebrachten Metalkutten und geflochtenen Zöpfen einiger männlicher Besucher. Das Publikum ist vielfältig. Romano lockt nicht nur erfahrene Hip-Hop-Hörer, sondern auch Freunde der Metal-Musik an. Die zunächst verhaltene Stimmung endet sobald Romano auf die Bühne springt und seine Performance startet.

Musik

In knapp 70 Minuten spielt Romano fast alle Lieder seines Albums „Jenseits von Köpenick“. Seine bekanntesten Songs wie „Köpenick“ und „Metalkutte“ werden erwartungsgemäß am meisten gefeiert. Musikalisch und inhaltlich sind seine Werke sehr unterschiedlich, die Beats reichen von sanften R’n’B-Rhythmen („Romano & Julia“) bis hin zu zu hartem Drum’n’Bass („Klaps auf den Po“). In seinen Texten thematisiert Romano tiefe Gesellschaftskritiken („Brenn die Bank ab“) oder romantische Anekdoten aus dem Online-Dating („Romano und Julia“). Eine kunterbunte Abwechslung, die Romano und seine Mitmusiker gut beherrschen.

Show

Romano interagiert viel mit dem Publikum und baut es in seine Performance ein. So dürfen manche Fans aus der ersten Reihe durch sein Mikrophon mitsingen oder sich einen kräftigen Klaps auf den Po von ihm abholen. Romano gönnt sich zum Ausgleich ein paar Züge an den Zigaretten der Fans, während er seinen Song „Malboro Mann“ spielt. Bei „Romano und Julia“ darf eine Julia aus dem Publikum auf die Bühne. Die Glückliche hat die Ehre sich von Romano auf die Wange küssen zu lassen und dabei ein Glas Sekt zu trinken. Durch fast schon pathetische Tanzschritte im Stile der Backstreet Boys untermalt Romano seine wilde musikalische Kombination.

Was in Erinnerung bleibt

Der Hype um Romano ist groß. Dennoch verliert er das Publikum nicht aus den Augen. So kann fast jeder Zuschauer sein persönliches Selfie mit ihm machen und seine individuell beschriftete Platte mit nach Hause nehmen. Die Fans reagieren darauf empathisch und schenken dem Künstler nach seinem Konzert einen Blumenstrauß.

 

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Wer das Konzert im Schauspiel verpasst hat, kann sein Glück nochmal im März versuchen. Am 21.03. spielt Romano im Rahmen seiner "Jenseits von Köpenick"-Tour im UT Connewitz.