Vandalismus

Videoüberwachung für Denkmäler

Die Videoüberwachung öffentlicher Plätze sorgt immer wieder für Diskussionsstoff. Allein Leipzig wird derzeit mit über 700 Kameras überwacht. Fragt man die AfD, könnten es schon bald noch mehr werden – zur Überwachung der Leipziger Denkmäler.
Auch das Goethedenkmal möchte die AfD-Stadtratsfraktion per Video überwachen lassen.

Der AfD-Stadtratsfraktion geht es mit ihrer Forderung vor allem darum, der Beschädigung der Leipziger Denkmäler entgegenzuwirken. Erst Anfang Juli wurde das über vier Meter hohe Schiller-Denkmal mit schwarzer Farbe übergossen und die Nase abgeschlagen. Für den AfD-Stadtrat Jörg Kühne Grund genug, von einem „Werteverfall in Teilen unserer Gesellschaft“ zu sprechen.

Nächtliche Videoüberwachung

Für Kühne sei es daher erforderlich, vor allem in der Nacht die Denkmäler mit Videokameras zu überwachen. Tagsüber und an den Wochenenden könnte man hingegen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zur Überwachung einsetzen. Kühne erhofft sich davon, dass Sachbeschädigungen wie beispielsweise am Zöllner-Denkmal im Rosental und dem Richard-Wagner-Denkmal in Zukunft seltener vorkommen.  

Zu großer Aufwand

Allerdings steht die AfD mit ihrer Forderung nach einer Video-Überwachung relativ allein da. Neben der SPD-Stadtratsfraktion haben sich auch die Links- und die Freibeuterfraktion gegen den Vorstoß ausgesprochen. Für die SPD steht vor allem der Aufwand der Videoüberwachung in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen. Weiterhin müssten die Kameras für die Videoüberwachung eine sehr hohe Auflösung aufweisen, um Tatverdächtige überhaupt identifizieren zu können.

Da helfen sicherlich nur Streifen von der Polizei oder vom Stadtordnungsdienst.

Ute Elisabet Gabelman, Freibeuter Fraktion

Geht es nach dem Willen der Linken, solle stattdessen auf präventive Maßnahmen gesetzt werden. Vor allem die Pflege von Denkmälern sei aus ihrer Sicht der Schlüssel zum Erfolg. Nur so könne ein Bewusstsein für die Leistungen der geehrten Personen gefördert und Vandalismus verhindert werden. Aber auch eine erhöhte Polizeipräsenz in der Umgebung der Denkmäler wird von mehreren Fraktionen gefordert.

Mehr zum Thema hören Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Marvin Kalies:

Moderator Magnus Folten im Gespräch mit mephisto 97.6 Redakteur Marvin Kalies.
 
 

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Thomas Tasler
24.07.2017 - 19:56