Stadt teilen: Eutritzsch

Versteckte Kultur in der Natur

Im soziokulturellen Zentrum Geyserhaus ist jeder willkommen. Das vielfältige Angebot spricht alle Generationen in und um Eutritzsch an. Geflüchteten der ansässigen Asylunterkunft zu helfen, gehört ebenfalls zur Philosophie.
Außenansicht Geyserhaus
Außenansicht des Geyserhauses in der Gräfestraße 25

Das Fachwerkhaus in der Gräfestraße 25, das ehemalige Landgut des berühmten Kupferstechers Christian Gottlieb Geyser, beherbergt heute den Knotenpunkt der Soziokultur im Stadtteil Eutritzsch, den Verein Geyserhaus. Er wurde 1991 gegründet, um die vernachlässigte Instandsetzung des Geyserhauses voranzutreiben und eine Begegnungsstätte für Kinder, Jugendliche, Kunst- und Kulturinteressierte zu schaffen.

Nicole Frank und Daria Mengert stellen das Geyserhaus vor:   

Das Geyserhaus – Ein Beitrag von Nicole Frank und Daria Mengert

Schon bei früheren Initiativen zur Erhaltung des Hauses in den 1980er Jahren war Thomas Farken, damals noch Sportstudent, dabei. Heute ist er der Geschäftsführer des Vereins und koordiniert die zahlreichen Angebote, die sich inzwischen an alle Generationen aus Eutritzsch und Leipzig richten. Der Verein hat beispielsweise einen Jugendtreff, ein Seniorenbüro und eine eigene Musikschule auf dem Gelände zwischen Gräfestraße und Kleiststraße und füllt seine Parkbühne mit Konzerten und Filmabenden.

Kultur für alle

Auf Musik wird im Verein besonders viel Wert gelegt. Damit sie ein fester Bestandteil im Leben eines Kindes werde, arbeite das Haus zum Beispiel mit vier umliegenden Kitas zusammen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei Musik wichtig für die Entwicklung eines Kindes, begründet Thomas Farken dieses Engagement.

Musikunterricht sowie eine Kinderspielzeit bietet das Geyershaus auch in der benachbarten Asylunterkunft in der Zschortauer Straße an. Außerdem wurden ein Familientreff sowie eine Computerspielzeit für Geflüchtete in Leipzig eingerichtet. So können Geflüchtete die Möglichkeit nutzen mit Familienangehörigen aus ihrer Heimat zu skypen. „Wir haben die Türen ganz weit offen" betont der Geschäftsführer.

 

Regelmäßig werden auch Projekte organisiert, die sich dem Stadtteil widmen. Dazu gehören zum Beispiel die "Sprechenden Steine", neun Audioinstallationen an verschiedenen Punkten in Eutritzsch, die von der Geschichte und berühmten Persönlichkeiten des Stadtteils erzählen. Einer dieser Steine steht direkt vor dem Geyserhaus - in Gestalt eines Brunnens. Je näher man herantritt, desto lauter ertönt eine Stimme, die unter anderem von Geyser und seinem Jugendfreund Goethe erzählt. Am Ende verweist sie auf den nächsten Stein.

Im Leipziger Norden sind das Geyserhaus in Eutritzsch und der Anker in Möckern „die einzigen, die kulturell etwas auf die Beinen stellen“, sagt Thomas Farken. Dennoch ergänzt er: „Es gibt ein paar junge Kreative, deren Projekte noch nicht sichtbar sind. Da beginnt, ein Pflänzchen zu wachsen.“ 

 

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Seit Anfang 2013 ist das Geyserhaus auch Träger des Begegnungszentrums im Stadtteil Wiederitzsch. Auch dort werden Freizeit- und Feiermöglichkeiten angeboten.